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Corona-Pandemie Nach massivem Corona-Ausbruch: Gütersloh fordert Hilfe der Bundeswehr an

5350 Mitarbeiter des Schlachtbetriebes Tönnies müssen noch getestet werden - und das möglichst schnell
5350 Mitarbeiter des Schlachtbetriebes Tönnies müssen noch getestet werden - und das möglichst schnell
© David Inderlied / DPA
Nach dem massiven Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück muss  der Landkreis Gütersloh weitere mehr als 5000 Mitarbeiter testen – und das möglichst schnell. Dafür hat er die Hilfe der Bundeswehr angefordert.

Im Landkreis Gütersloh ist nach dem massiven Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies schnelles und effektives Krisenmanagement gefordert. Deshalb haben die Behörden die Hilfe der Bundeswehr angefordert, um möglichst schnell alle weiteren Tests in dem betroffenen Unternehmen durchzuführen: "Wir haben Zusagen von der Bundeswehr und hoffen, dass sie uns ab Freitag mit Personal unterstützt", sagte Inga Bambana, Sprecherin des Landkreises, dem stern. Insgesamt sollen 13 Soldaten mit medizinischen Vorkenntnissen und zwölf weitere Mitarbeiter für die Dokumentation helfen.

"Es stehen noch 5350 Tests von den Mitarbeitern in der Produktion aus", sagte Bambana. Die ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Roten Kreuz und des Malteser seien am Rande der Belastbarkeit. Ziel sei es, tausend Corona-Tests pro Tag durchführen zu können, sagte Bambana. Bislang wurden in dem Schlachtbetrieb mindestens 730 Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Tönnies hat sich bei Bevölkerung entschuldigt 

Der Landkreis hat einen Krisenstab eingerichtet, der versucht, einen totalen Shutdown zu verhindern. 7000 Menschen befinden sich seitdem in Quarantäne. Vorsorglich wurden ab Donnerstag Kitas und Schulen in dem Landkreis geschlossen. Bis zu den nordrhein-westfälischen Sommerferien – Start 26. Juni – wird nur eine Notbetreuung angeboten.

Das Unternehmen Tönnies entschuldigte sich am Mittwoch bei der Bevölkerung für den Ausbruch. Über die Gründe für das Infektionsgeschehen herrscht noch Unklarheit. Es wird vermutet, dass Mitarbeiter das Virus möglicherweise aus ihren Heimaturlauben in Osteuropa mitbrachten. Aber erst die Arbeitsbedingungen und die kalten Temperaturen in den Zerlegebereichen sollen die Ausbreitung befeuert haben. 

Die Bundeswehr hatte bereits im Kreis Lippe Amtshilfe geleistet, weil dort im März fünf Arztpraxen geschlossen werden mussten. 

tis

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