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Nichtraucher-Tagebuch: Hört die Signale

Wacht auf, Raucher dieser Erde: Heute ist Weltnichtrauchertag. Für mich ein Grund zum Feiern: Ich habe meinen ersten rauchfreien Monat hinter mich gebracht. Ein gutes Gefühl.

Von Björn Erichsen

Mitte der 90er Jahre habe ich erstmals vom Weltnichtrauchertag erfahren. Ich studierte noch und hatte mir gerade die Nacht mit einer Seminararbeit um die Ohren geschlagen. Dabei viel geraucht, blauer Dunst hing in meiner Studentenbude, die Aschenbecher quollen über. Da hörte ich im Radio, dass Weltnichtrauchertag sei. Ich musste herzlich lachen und zündete mir schnell eine Zigarette an. Ich war jung, noch ganz Rebell. Bald darauf ein Rebell mit chronischer Bronchitis.

Vier Wochen Achterbahnfahrt, die den Fahrpreis wert war

Der heutige Weltnichtrauchertag ist für mich etwas Besonderes. Seit dem 1. Mai habe ich keine Zigarette mehr angefasst, also gerade meinen ersten rauchfreien Monat geschafft. Wer dieses Tagebuch in den letzten vier Wochen verfolgt hat, weiß, dass es eine Achterbahnfahrt gewesen ist. Aber eine, die den Fahrpreis Wert war.

Ich hatte mir vorgenommen, keinen missionarischen Eifer zu entwickeln. Das ist mir heute am Weltnichtrauchertag aber ziemlich egal: Liebe Raucher, wie wäre es denn, wenn ihr heute einfach mal die Kippen weglasst? Ich rede nicht übers Aufhören, einfach nur mal einen Tag nicht rauchen. Keine große Sache, nur eine Prise Solidarität. Ginge das?

Sie haben ja dafür bezahlt - und Sie werden noch dafür bezahlen

Es fällt Ihnen nicht leicht, Sie wollen nicht? Klar, ich verstehe das, Sie rauchen gern. Wie lange schaffen Sie es denn ohne Zigaretten? Mehr als zwei, drei Stunden ohne unruhig zu werden? Kompliment, das ist länger, als ich noch vor vier Wochen. Tja, und wenn es gar nicht geht, dann rauchen Sie halt wieder. Ist ja Ihr gutes Recht. Sie haben ja schließlich dafür bezahlt.

Und Sie werden dafür bezahlen: Jährlich sterben rund 140.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens, das sind etwa 400 pro Tag. Mit jeder Zigarette inhalieren Sie so spannende Dinge wie Blausäure, Benzol und Arsen sowie 40 weitere krebserregende Substanzen. Raucher sterben im Durchschnitt sieben Jahre früher.

Schauen Sie doch mal im Nichtraucher-Forum vorbei!

Das (Nichtraucher-)Sein verändert das Bewusstsein: Für mich ist es kaum noch vorstellbar, dass ich mir bis vor vier Wochen noch rund 30 Zigaretten täglich reingezogen habe. Noch unwirklicher die Angst, ja fast Panik, die ich vorm Aufhören hatte. Ich fühle mich heute rundum gesünder und auch nicht mehr so fremdbestimmt. Dem stehen einige, manchmal heftige Momente der Versuchung entgegen. Viel mehr ist vom Blauen Dunst nicht geblieben.

Auch wenn es für Sie als Raucher abwegig erscheinen mag: Sollten Sie doch übers das Nichtrauchen nachdenken, schauen Sie mal im stern.de-Nichtraucherforum vorbei. Dort finden sich neben vielen Erfahrungsberichten einen bemerkenswerten Thread mit dem Titel "Tipps für Newbies", in dem Sie so ziemlich alles finden, was Ihnen bei der Rauchentwöhnung helfen kann.

Für mich war es absolut ungewohnt, am Weltnichtrauchertag gute Nachrichten zu bekommen. So wie diese hier, von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Ein Rauchstopp lohnt in jedem Alter. Jemand, der sich im Alter von 30 das Rauchen abgewöhnt, gewinnt zehn Lebensjahre hinzu. Raucher, hört die Signale...

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