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Hinweise aus UK Delta-Variante sorgt offenbar für leicht veränderte Symptome

London UK: Symptome durch Delta-Variante
Oxford Street in London
© Niklas HALLE'N / AFP
In Großbritannien ist die Corona-Variante Delta stark verbreitet. Nun gibt es Hinweise, dass die Mutante etwas andere Symptome im Vergleich zu früheren Corona-Typen verursacht.

Kopfschmerzen, Halsschmerzen und eine laufende Nase: Nach Angaben britischer Forscher werden diese Beschwerden aktuell am häufigsten in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Großbritannien genannt. Von Interesse sind die Daten, weil sich dort die als besonders ansteckende Delta-Variante durchgesetzt hat, die zuerst in Indien nachgewiesen worden war. Inzwischen macht die Variante mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen im Vereinigten Königreich aus.

Erhoben werden die Corona-Symptome via App. Tim Spector, Leiter der "Zoe Covid Symptom Study", sagte gegenüber der "BBC", eine Infektion mit der Delta-Variante könne sich für jüngere Menschen "mehr wie eine starke Erkältung" anfühlen. Auch wenn sie sich nicht schwer krank fühlten, könnten sie aber ansteckend sein und andere Menschen gefährden. Gewissheit darüber, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt, kann letztlich nur ein Test geben. 

"Bleibt zuhause"

Zu den klassischen Symptomen einer Corona-Infektion zählen bisher Husten, Fieber und ein Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns. Während Fieber weiterhin recht oft als Symptom genannt werde, komme beispielsweise der Geschmacks- und Geruchsverlust nicht mehr in der Liste der zehn am häufigsten genannten Beschwerden vor, so Spector.

"Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor", sagte der britische Epidemiologe. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen. "Die Leute denken vielleicht, sie hätten nur eine saisonale Erkältung, gehen auf Partys und stecken weitere Menschen mit dem Virus an", so Spector. Er rät: Menschen mit Erkältungsbeschwerden sollten zuhause bleiben und sich auf das Coronavirus testen lassen. 

In Großbritannien stecken sich derzeit überwiegend jüngere, nicht vollständig geimpfte Personen mit der Delta-Variante des Virus an. Bekannt ist bereits, dass jüngere Menschen in der Regel leichtere Symptome entwickeln. Grundsätzlich steht die Delta-Variante allerdings im Verdacht, zu schwereren Krankheitsverläufen zu führen. Sie scheint auch der Immunantwort des Körpers besser als andere Varianten entgehen zu können. Vor allem wenn erst eine Impfdosis verabreicht wurde, ist deren Schutzwirkung geringer, als es bei anderen Varianten der Fall wäre.

Zwei Impfstoffdosen verhindern schwere Verläufe mit Krankenhausaufenthalt

Gute Nachrichten gibt es derweil für vollständig geimpfte Personen: Menschen, die bereits zwei Impfstoffdosen erhalten haben, sind laut einer britischen Studie gut vor schweren Verläufen nach einer Infektion mit der Delta-Variante geschützt. Wie die Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) am Montag mitteilte, verhinderten zwei Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer eine stationäre Behandlung in 96 Prozent der Fälle. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Experte; Impfstoff

Die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Delta-Variante sei demnach vergleichbar mit jener für die Alpha-Variante B.1.1.7, teilte die Behörde mit.

In Deutschland ist die Delta-Variante bereits angekommen, die absoluten Zahlen bewegen sich allerdings auf eher niedrigem Niveau. Der Anteil der Mutante an den untersuchten Proben lag nach Angaben des RKI zuletzt bei 2,5 Prozent, mit leicht steigender Tendenz in den zurückliegenden Wochen. 

Quelle: BBC / mit Agenturmaterial DPA/AFP

ikr

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