SEUCHE Experten rechnen mit Anstieg von Creutzfeld-Jakob


Obwohl in Deutschland noch kein Fall der neuartigen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) registriert ist, halten Experten bis zum Jahr 2040 mehrere hundert Fälle für möglich.

Mehrere Hundert vCJD-Fälle bis 2040 möglich

Obwohl in Deutschland noch kein Fall der neuartigen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) registriert ist, möchten Experten dennoch keine Entwarnung geben. Wie Michael Beekes vom Robert Koch-Institut in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift« schreibt, könnte bis zu 600 Fälle der mit dem Rinderwahn BSE zusammenhängenden Krankheit bis zum Jahr 2040 geben. Dabei beruft er sich auf ein internes Papier seiner Behörde.

Es sei »nicht auszuschließen, dass auch in Deutschland zukünftig einzelne Menschen an der vCJD erkranken«. Von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen der Erkrankung können Jahre vergehen. Die genaue Zeit ist unbekannt.

Selbst mehrere hundert vCJD-Fälle sind laut Beekes jedoch deutlich weniger als die Fälle »klassischer« CJD, die auf Grund von Mutationen ohne äußere Einflüsse mit einer Häufigkeit von eins zu einer Million auftreten. Bis zum Jahr 2040 werden laut Beekes voraussichtlich insgesamt 4000 Menschen an der klassischen CJD sterben, während es noch völlig offen sei, ob es überhaupt Todesfälle durch vCJD geben wird. Beekes hält es für unwahrscheinlich, dass vCJD-Erkrankungen in Deutschland übersehen werden. Für derartige Hirnerkrankungen gebe es unter anderem seit 1994 eine gesetzliche Meldepflicht.

In Großbritannien hat es bis Januar 2002 insgesamt 142 Fälle von vCJD gegeben, in Frankreich fünf und in Irland eine Erkrankung. Das Risiko, sich über BSE-infiziertes Fleisch vCJD anzustecken, ist wegen der Sicherheitsmaßnahmen so gering wie seit Beginn der BSE-Krise in den Achtzigerjahren nicht mehr.

(Quelle: dpa)


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