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Studie: Übergewicht erhöht das Brustkrebsrisiko

Je mehr eine Frau nach ihrem 18. Geburtstag zunimmt, desto größer ist die Gefahr, dass sie an Brustkrebs erkrankt. Schuld daran sind weibliche und männliche Geschlechtshormone.

Je mehr Gewicht eine Frau im Erwachsenenalter zulegt, desto höher ist ihr Brustkrebsrisiko. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Wissenschaftler in einer Studie mit mehr als 44.000 Frauen. Daher sei es wichtig, während des gesamten Erwachsenenalters ein gesundes Gewicht zu halten, sagen Heather Spencer Feigelson von der Amerikanischen Krebs-Gesellschaft in Atlanta und ihre Kollegen. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Cancer" vor.

Östrogen lässt Tumorzellen wachsen

Nach den Wechseljahren werden die männlichen Geschlechtshormone im Fettgewebe der Frau in Östrogene umgewandelt. Das kann gefährlich sein, denn eine langfristig erhöhte Östrogenkonzentration im Blut fördert die Entstehung von Brustkrebs: Das Hormon begünstigt das Wachstum und die Teilung von Zellen der Brustdrüse, dadurch steigt das Risiko einer Entartung zu Tumorzellen.

Je mehr Fettzellen, desto mehr Östrogene werden in den Wechseljahren frei - deshalb trägt Übergewicht zu einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei. Das aktuelle Gewicht spielt hierbei keine so große Rolle wie die Gewichtszunahme nach dem 18. Lebensjahr. Unklar war bisher allerdings, ob sich eine Erhöhung des Körpergewichts nur auf bestimmte Arten von Brustkrebs auswirkt.

Höheres Risiko für Metastasen

Spencer Feigelson und ihre Kollegen untersuchten nun den Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme und der Art des Brustkrebses bei 44.161 Frauen, die die Wechseljahre bereits hinter sich haben und keine Hormonersatztherapie anwenden. Die Forscher stellten fest, dass das Risiko für alle Arten, Stadien und Schweregrade von Brustkrebs umso größer war, je mehr die Probandinnen seit ihrem 18. Lebensjahr zugenommen hatten.

So war zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit für krankhafte Wucherungen in den Milchgängen bei Frauen, die im Erwachsenenalter um mehr als 30 Kilogramm schwerer geworden waren, fast doppelt so hoch wie bei Probandinnen, die höchstens zehn Kilogramm zugenommen hatten. Das Risiko für Metastasen nahm bei allen Frauen zu, die Gewicht zulegten, und war bei denjenigen, die um mehr als 30 Kilogramm schwerer wurden, bis zu drei Mal höher als bei den anderen Testpersonen.

DDP / DDP
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