Risiko Brustkrebs durch Hormontherapie

Die Hormontherapie gegen Wechseljahrs-Beschwerden mit zwei Wirkstoffen erhöht das Brustkrebsrisiko beträchtlich. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie, an der mehr als eine Millionen Frauen beteiligt waren.

Die Hormontherapie gegen Wechseljahrs-Beschwerden mit zwei Wirkstoffen erhöht das Brustkrebsrisiko beträchtlich. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie, an der mehr als eine Millionen Frauen beteiligt waren. Nach dem im Fachmagazin "The Lancet" (Bd. 362, S. 419) veröffentlichten Ergebnissen birgt die Gestagen-Östrogen-Therapie ein vier Mal größeres Risko, an Brustkrebs zu erkranken, als die Behandlung mit dem Hormon Östrogen allein. Damit bestätigen die Forscher ältere Studien mit ähnlichen Ergebnissen.

Risiko durch Hormontherapie um 22 Prozent erhöht

Im Zuge der neuen Studie am Krebsforschungszentrum in Oxford unter Leitung von Valerie Beral wurden in den Jahren von 1996 bis 2001 etwa eine Millionen Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren untersucht. Von diesen Frauen bekam nahm die Hälfte Hormone gegen Wechseljahrs- Beschwerden ein. Wie die Wissenschaftler feststellten, stieg die Zahl der Brustkrebserkrankungen mit der Dauer einer solchen Hormontherapie. Pro 1000 Frauen nach den Wechseljahren, die zehn Jahre Östrogene nehmen, kommen nach Berechnungen der Forscher 5 zusätzliche Krebsfälle hinzu. Bei der Gestagen-Östrogen-Therapie seien es 19. Das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, sei für Frauen mit Hormontherapie, egal ob mit einem oder mehreren Wirkstoffen, um 22 Prozent höher als bei Frauen, die sich einer solchen Behandlung nicht unterzögen.

Hormonpräparate sollten nicht länger als 10 Jahre verschrieben werden

Nach den Worten Berals wird die Kombitherapie gewöhnlich Frauen verschrieben, die noch eine Gebärmutter haben. Damit werde das höhere Gebärmutter-Krebsrisiko durch eine Behandlung nur mit Östrogen verringert. Sie empfahl Frauen in den Wechseljahren, die Möglichkeiten und Risiken mit ihrem Arzt zu besprechen.

Nach Ansicht von Fritz Jänicke, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, sollten Hormonpräparate generell nur bei wirklichen Beschwerden eingesetzt werden. Er rät dazu, möglichst nur ein Östrogen-Präparat und keine Kombination zu nehmen. Das Gebärmutterkrebs-Risiko könne die Frau dann reduzieren, wenn sie alle drei Monate für 12 bis 14 Tage zusätzliche ein Gestagen einnehmen. "Wenn die Schleimhaut durch das Östrogen aufgebaut wird, erfolgt dann eine Blutung. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und es kann sich dort kein Tumor bilden." Aber auch Präparate aus nur einem Östrogen sollten nicht länger als 10 Jahre verschrieben werden.


Mehr zum Thema



Newsticker