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Tamiflu: Grippemittel mit Nebenwirkungen

Allzu viel Leichtfertigkeit bei der Einnahme des Grippemittels Tamiflu kann gefährliche Konsequenzen haben. Besonders Kinder scheinen an Nebenwirkungen wie Bewusstseinsstörungen zu Leiden, in Japan starben drei Menschen nach der Einnahme des Medikaments.

Das Grippemittel Tamiflu hat vor allem bei Kindern möglicherweise Bewusstseinsstörungen und Wahnvorstellungen zur Folge. Nach der Prüfung von mehr als 100 Fällen von abnormem Verhalten, darunter drei mit tödlichen Folgen, sprachen sich Gesundheitsexperten in den USA dafür aus, auf der Verpackung die Überwachung von Tamiflu-Patienten zu empfehlen. Ob die beobachteten Zwischenfälle im Zusammenhang mit dem Medikament oder mit dem Grippevirus oder dem Zusammenwirken beider stehen, ist aber noch unklar.

Über hundert Fälle abnormalen Verhaltens

Beobachtet wurden zwischen August 2005 und Juli 2006 insgesamt 103 neue Fälle von abnormem Verhalten nach der Einnahme von Tamiflu, die meisten davon in Japan. Unter anderem stürzten drei Patienten zu Tode, die mit dem Grippemedikament behandelt wurden. Auf den Tamiflu-Packungen in Japan wird bereits auf mögliche Bewusstseinstrübungen, Halluzinationen und Krämpfe hingewiesen.

Die US-Experten hatten im vergangenen Jahr noch erklärt, zwischen dem Tod von zwölf Kindern in Japan seit 2000 und Tamiflu bestehe kein Zusammenhang. Sie lehnten damals einen entsprechenden Warnhinweis ab. Über die jetzige Empfehlung will die für Kinder zuständige Abteilung der Arzneimittelbehörde FDA am Donnerstag beraten.

Tamiflu wirkt gegen Vogelgrippe

Das vom Schweizer Pharmakonzern Roche hergestellte Tamiflu kann vor einer Grippeerkrankung nicht schützen, aber die Dauer und Stärke der Symptome reduzieren. Das Medikament gilt als eines der wenigen Medikamente, die auch bei der Behandlung von Vogelgrippe anschlagen. Experten fürchten, dass das Vogelgrippe-Virus mutieren und eine Pandemie auslösen könnte.

AP / AP

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