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UKE: So funktioniert die Ebola-Spezialstation in Hamburg

Schleusen, Schutzanzüge, Desinfektionsduschen: In der Sonderisolierstation im Hamburger Universitätsklinikum wird gerade ein Ebola-Kranker behandelt - und alles getan, damit sich niemand ansteckt.

Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: Hier wird nun ein Ebola-Kranker behandelt

Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: Hier wird nun ein Ebola-Kranker behandelt

Er ist der erste Ebola-Patient der aktuellen Epidemie in Westafrika, der in Deutschland behandelt wird: Ein WHO-Mitarbeiter landete am Mittwoch in Hamburg - nun wird er auf der Isolierstation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt.

Die Mediziner betonten, dass der Patient keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt, denn das Virus ist "von Mensch zu Mensch nur durch erheblichen Kontakt" übertragbar - dennoch machen sich viele Sorgen. Ein genauerer Blick auf die Funktionsweise der Spezialstation zeigt, dass alles unternommen wird, um eine Ansteckung doppelt und dreifach zu vermeiden.

Eher vergleichbar mit einem Labor

Auf der Sonderisolierstation im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden Patienten mit lebensbedrohlichen oder sehr ansteckenden Infektionskrankheiten betreut.

Das Behandlungszentrum für hochansteckende Erkrankungen (BZHI) wurde vor vier Jahren in Betrieb genommen. Das Zentrum mit drei Zimmern und insgesamt sechs Betten ist in der Regel zuständig für Erkrankte aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

"Wir treffen regelmäßige Vorbereitungen, um einen solchen Erkrankten zu behandeln", sagt Klinikdirektor Prof. Ansgar Lohse in Hamburg. "Wir sind personell so gut ausgestattet, um auch über einen längeren Zeitraum eine Versorgung zu gewährleisten."

Die Sonderisolierstation befinde sich in einem abgetrennten Teil des Krankenhauses, sagte der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt. Es gelten strenge Sicherheitsregeln. Eine eigene Stromversorgung garantiert, dass die Maschinen auch im Notfall weiterlaufen. "Die Abteilung ist optisch eher vergleichbar mit einem Labor als mit einer normalen Krankenstation", sagte Schmidt. Verschiedene Schleusenkammern trennen den Außenbereich vom Inneren der Isolierstation. Im äußeren Teil können Ärzte und Pfleger Schutzkleidung anlegen. Über die innere Kammer kommen sie zum Patienten. Wenn sie den Behandlungsbereich verlassen, wird ihre Schutzkleidung in einer speziellen Dusche desinfiziert.

Mediziner gehen an die Grenzen

Die Schleusenbereiche stehen unter unterschiedlichem Druck. So kann Luft nur nach innen fließen, nicht in die umgekehrte Richtung. Das verhindert, dass Erreger nach außen gelangen. In der Sonderisolierstation trägt das Personal blaue Anzüge und Atemgeräte - in ihrer Schutzkleidung sehen sie aus wie Raumfahrer.

Die Isolierstation sei wie eine Intensivstation aufgebaut, mit allen Möglichkeiten der modernen Medizin, erklärte Stefan Schmiedel, Ärztlicher Leiter am UKE. Patienten könnten mit Infusionen behandelt werden, möglich seien auch Blut- oder Nierenersatzverfahren. Den Ärzten stehen zudem Geräte für Ultraschall-Untersuchung, Endoskopie oder Röntgen zur Verfügung. "Was uns unterscheidet, ist ein hermetisch abgeschotteter Gebäudeteil, wodurch der Ausbruch von Keimen ausgeschlossen werden kann", sagt Schmiedel.

Für den Einsatz in der Sonderisolierstation wurden 50 Pflegekräfte und 30 Ärzte geschult. Bei der Betreuung gehen die Mediziner an ihre physischen Grenzen, sagte Schmiedel: "Sie sind erheblichen körperlichen Belastung durch das Arbeiten in Schutzanzügen ausgesetzt. Das ist unheimlich anstrengend."

mia/DPA / DPA

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