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Seltener Fall in den USA Eine Frau wird schwanger - obwohl sie schon schwanger ist

In den USA ist eine schwangere Leihmutter noch einmal schwanger geworden - mit ihrem leiblichen Baby
In den USA ist eine schwangere Leihmutter noch einmal schwanger geworden - mit ihrem leiblichen Baby
© GettyImages
Jessica Allen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien arbeitete als Leihmutter für ein chinesisches Paar - und trug Zwillinge für die beiden aus. Das dachte sie zumindest. Dass etwas nicht stimmte, bemerkte sie erst, als sie ein Foto der Babys sah.

Die Geschichte von Jessica Allen ist eine Geschichte voller Überraschungen. Die erste Überraschung ereignete sich im Untersuchungszimmer ihres Frauenarztes. Zu diesem Zeitpunkt war Allen mit dem Baby eines chinesischen Paares schwanger. Ärzte hatten ihr die befruchtete Eizelle sechs Wochen zuvor eingepflanzt. Doch statt nur eines Embryos waren auf dem Bildschirm des Ultraschallgeräts plötzlich zwei Föten zu sehen.

"Der Arzt fuhr mit dem Ultraschallgerät über meinen Bauch und meinte 'Nun, ich sehe definitiv, dass da noch ein zweites Baby ist'", wird Allen von dem Nachrichtenportal "ABC News" zitiert. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Embryo teilt ist zwar sehr gering, aber es kann vorkommen, und ich dachte mir nur... Ich war ziemlich überrascht."

Ein Foto der Babys ließ die Mutter stutzig werden

Die junge Frau trug beide Babys in dem Glauben aus, es handele sich um ein eineiiges Zwillingspaar - nämlich das des chinesischen Paares. Die Schwangerschaft und auch der anschließende Kaiserschnitt verliefen nach Plan. Die Kalifornierin durfte die Kinder nach eigenen Angaben nie sehen, ihr sei aber später ein Foto des vermeintlichen Zwillingspaares gezeigt worden. Was folgte, war eine zweite Überraschung: "Mir fiel auf, dass eines der Babys eine viel hellere Hautfarbe als das andere hatte", erklärte Allen gegenüber "ABC News". "Sie konnten offensichtlich keine eineiigen Zwillinge sein."

Ein DNA-Test bestätigte schließlich den Verdacht: Bei einem der Jungen handelte es sich um das Baby des chinesischen Paares. Das andere Kind dagegen war Allens leibliches Baby, das sie gemeinsam mit ihrem Mann gezeugt hatte. Wie konnte das sein?

Offenbar kam es während der Schwangerschaft mit dem Leihbaby zu einem extrem seltenen Fall von Superfekundation. Innerhalb eines Zyklus werden zwei Eier in einem gewissen zeitlichen Abstand voneinander befruchtet. Beide nisten sich in der Gebärmutter ein und entwickeln sich wie zweieiige Zwillinge, wobei eines der Kinder etwas jünger als das andere ist. Für das Ehepaar Allen war das ein ziemlicher Schock: "Ich trug mein eigenes Kind aus, ohne zu wissen, dass es meines war", so Allen.

Familie bekommt leiblichen Sohn zurück

Es sind weltweit nur eine Handvoll vergleichbarer Fälle bekannt. Denn beim Menschen verhindern in der Regel Hormone, dass sich zu einer bestehenden Schwangerschaft eine weitere gesellt. Seltene Ausnahmen sind jedoch möglich - das zeigen Fälle wie der der Australierin Kate Hall, der vor rund einem Jahr bekannt wurde.

Im Falle der Kalifornierin Jessica Allen war das Ganze noch etwas komplizierter - rein rechtlich war ihr leibliches Kind nämlich das des chinesischen Ehepaares. Nach einem Rechtsstreit bekam das Ehepaar Allen jedoch das Sorgerecht für ihr Kind, das sie Malachi tauften, zugesprochen. Der mittlerweile zehn Monate alte Junge lebt nun bei seinen leiblichen Eltern. 

Die Allens betrachten ihr Kind als unverhofftes Geschenk : "Wardell (Ehemann, Anm. d. Red.) und ich wollten unsere Familie eigentlich nicht so schnell vergrößern, aber wir lieben Malachi von ganzem Herzen", erklärte die junge Mutter gegenüber der "New York Post".

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ikr

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