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Ein Anwalt klärt auf: Darf ich während der Arbeitszeit zum Arzt?

Dieses Thema birgt großes Konfliktpotential: Wann dürfen Angestellte während der Arbeitszeit zum Arzt - und wann sollten sie besser Urlaub einreichen? Heiko Hecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht, kennt die Antwort. 

Eine Ärztin im weißen Kittel

In welchen Situationen dürfen Angestellte während der Arbeitszeit zum Arzt? (Symbolbild)

Getty Images

In der nasskalten Jahreszeit häufen sich Erkältungen und grippale Infekte. Die Wartezimmer beim Arzt füllen sich, während die Büros teilweise wie leergefegt wirken. Doch wie sollten Angestellte vorgehen, wenn sie morgens mit Fieber und Halskratzen aufwachen?  Dürfen sie während der Arbeitszeit zum Arzt, um sich untersuchen zu lassen? Oder sollten sie dafür besser einen Tag Urlaub einreichen? 

"Wer krank ist, darf zum Arzt - auch während der Arbeitszeit", erklärt Heiko Hecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg. Voraussetzung dafür sei ein "akutes Leiden", das die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt oder sogar unmöglich macht. Schmerzen, Fieber, Schwindel, aber auch psychische Notsituationen können die Arbeitsfähigkeit stark einschränken und den Gang zum Arzt rechtfertigen. Wichtig dabei: Unbedingt den Vorgesetzten vorab über den Termin beim Arzt informieren. 

Auch Untersuchungen, die vom Arzt angeordnet werden und aus medizinischer Sicht nur zu bestimmten Zeiten stattfinden können, dürfen während der Arbeitszeit erledigt werden - beispielsweise eine Blutabnahme in den Morgenstunden, wenn der Patient noch nüchtern ist. "Angestellte lassen diese Untersuchung nicht freiwillig vornehmen, sie ist medizinisch erforderlich", so Hecht.

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Eine Erkältung wird durch Kälte verursacht  Nein. Viren lösen eine Erkältung oder Grippe aus. Aber: "Wenn der Körper schon eine beginnende Infektion bekämpft und dann stark friert, kann dies das berühmte i-Tüpfelchen sein", sagt Martin Scherer, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Es gibt auch die These, dass die Nasen-Rachenschleimhaut bei Kälte anfälliger für Virusinfektionen ist, aber die ist wissenschaftlich nicht belegt.

Eine Erkältung wird durch Kälte verursacht Nein. Viren lösen eine Erkältung oder Grippe aus. Aber: "Wenn der Körper schon eine beginnende Infektion bekämpft und dann stark friert, kann dies das berühmte i-Tüpfelchen sein", sagt Martin Scherer, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Es gibt auch die These, dass die Nasen-Rachenschleimhaut bei Kälte anfälliger für Virusinfektionen ist, aber die ist wissenschaftlich nicht belegt.

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Kniffliger wird es, wenn das Leiden zwar in absehbarer Zeit behandelt werden muss, aber im Moment nicht akut ist. Der klassische Fall: Während der Mittagspause bricht ein Stück der Zahnfüllung ab. "Schmerzt die kaputte Plombe, handelt es sich um ein akutes Leiden", erklärt Heiko Hecht. Bereitet die Plombe sonst keine Probleme, rät er, den Zahnarzttermin in die Morgen- oder Abenstunden zu legen - vor beziehungsweise nach der eigentlichen Arbeitszeit.

Im Zweifel einen gelben Schein geben lassen

Auch allgemeine Vorsorgetermine, Routinekontrollen oder die jährliche Zahnreinigung sollten nicht während der Arbeitszeit erledigt werden, sagt Heiko Hecht. "Ich rate dringend, diese Termine im Urlaub oder in den Feierabendstunden zu machen – auch, um den Frieden am Arbeitsplatz und unter Kollegen zu wahren."

Würde er Angestellten grundsätzlich empfehlen, sich den Arzttermin bei akuten Leiden attestieren zu lassen? "Sicher ist sicher", sagt Heiko Hecht. Der Beweiswert einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sei "unerschütterlich" und letztlich entscheidend, wenn es darum gehe, Arbeitsfähigkeit von Arbeitsunfähigkeit zu unterscheiden. 

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ikr

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.