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Weniger Brustvergrößerungen: Patientinnen sind nach PIP-Skandal vorsichtiger

Hier mehr, dort weniger, dort etwas gerader: Schönheits-OPs sind nach wie vor sehr beliebt in Deutschland. Der Skandal um gesundheitsschädigende Brustimplantate zeigt aber Auswirkungen.

Nach dem Skandal um minderwertige Implantate der französischen Firma PIP ist die Zahl der Brustvergrößerungen in Deutschland leicht zurückgegangen. Darauf verweist eine aktuelle, nicht repräsentative Befragung von 1200 Patienten, die die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) in Berlin vorstellte. Etwa 23 Prozent der befragten Patientinnen ließen sich demnach 2012 ihre Brust vergrößern, im Jahr zuvor waren es noch gut 29 Prozent gewesen. "Die Patientinnen sind vorsichtiger geworden", sagte DGÄPC-Präsident Sven von Saldern. Weniger Interesse an dem Eingriff gebe es aber nicht.

Nach aktuellen Hochrechnungen auf Basis verkaufter Implantate unterziehen sich in Deutschland schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Frauen pro Jahr einer Brustvergrößerung. Auf Platz zwei der schönheitschirurgischen Eingriffe liegt bei den befragten Frauen die Lidstraffung (15,3 Prozent), gefolgt von Fettabsaugung und Spritzbehandlungen (je 13,3 Prozent). Die Injektionen mit Botox und Faltenfüllern seien in der DGÄPC-Patientenbefragungen aber eindeutig unterrepräsentiert, betonte von Saldern. Das liege daran, dass viele dieser Eingriffe nicht bei Fachärzten erfolgten. Geschätzt dürfte die Zahl derartiger Behandlungen in Deutschland bei Männern und Frauen insgesamt etwa eine Million pro Jahr betragen, hieß es von der Fachgesellschaft.

Männer mögen neue Nasen

Bei den Männern, die wie im Vorjahr etwa jeden sechsten Patienten der DGÄPC-Mitglieder stellen, rangiert Fettabsaugung ganz vorne (23,3 Prozent), gefolgt von Lidstraffung (15,8 Prozent) und Nasenkorrektur (10,4 Prozent). "Letzteres hat uns selbst überrascht", sagte von Saldern. Erneut entschieden sich immerhin 6,4 Prozent der Männer für einen intimchirurgischen Eingriff.

"Generell setzt sich der Trend zur Jugendlichkeit fort. Man kann alt sein, aber man will nicht so aussehen", ergänzte Fachärztin Marta Obermeier. Das zeige sich auch im Alter der Patientinnen: Sie waren beim Eingriff im Durchschnitt 40 Jahre und 8 Monate alt - gut 2 Jahre älter als 2011. Bei Männern hielt sich der Altersdurchschnitt bei 39 Jahren. Dass der Kampf gegen Altersanzeichen Ausdauer erfordert, belegt eine weitere Zahl: Gut ein Viertel der Befragten hatte bereits eine Schönheits-OP hinter sich, fast ebenso viele planen bereits weitere Eingriffe.

ono/DPA/DPA

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