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Skandal um Brustimplantate: PIP-Gründer Mas in Südfrankreich festgenommen

Der Gründer des Brustimplantateherstellers PIP ist festgenommen worden. Dies verlautete aus Justizkreisen. Ermittler griffen den 72-jährigen Jean-Claude Mas in der Wohnung seiner Lebensgefährtin auf.

Der Gründer der französischen Brustimplantatefirma PIP, Jean-Claude Mas, ist am Donnerstag festgenommen worden. Die Ermittler hätten Mas am Donnerstagmorgen in der Wohnung seiner Lebensgefährtin aufgegriffen, hieß es aus Justizkreisen. Er befinde sich nun in Gewahrsam, berichteten zahlreiche französische Medien übereinstimmend. Der 72-jährige Unternehmer war zwischenzeitlich auch von Interpol gesucht worden - allerdings nicht wegen des Skandals um die Silikonkissen, sondern wegen Trunkenheit am Steuer. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP ermittelt die Staatsanwaltschaft Marseille wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung gegen Mas.

PIP hatte für Brustimplantate ein nicht für die Behandlung von Menschen geeignetes Billigsilikongel verwendet. Weltweit sollen 400.000 bis 500.000 Frauen minderwertige Silikonkissen der mittlerweile insolventen Firma erhalten haben. Die Vermarktung, den Vertrieb und die weitere Verwendung der Brustimplantate hatte Frankreich der Firma im April 2010 europaweit untersagt.

Mehrere Länder hatten betroffenen Frauen zuletzt empfohlen, die Silikonkissen wegen gesundheitlicher Risiken entfernen zu lassen. Ein Zusammenhang zwischen den Silikonkissen und Krebs wird befürchtet, bewiesen ist er aber nicht.

dho/AFP/DPA / DPA
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