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PIP-Skandal Brustimplantate aus Billig-Silikon: Verantwortlicher muss in Haft


Über Jahre verkaufte die französische Firma PIP Brustimplantate aus billigem Industrie-Silikon. Tausende Frauen verklagten das Unternehmen. Der Gründer muss ins Gefängnis, urteilte nun ein Gericht.

Im Skandal um Brustimplantate aus Billig-Silikon der französischen Firma PIP hat ein Berufungsgericht Unternehmensgründer Jean-Claude Mas zu vier Jahren Haft verurteilt. Damit folgten die Richter im südfranzösischen Aix-en-Provence dem Antrag der Staatsanwaltschaft und dem Urteil der Vorinstanz.

Die inzwischen insolvente Firma Poly Implant Prothèse (PIP) hatte jahrelang reißanfällige Brustimplantate aus nicht für Medizinprodukte zugelassenem Industriesilikon geliefert. Der Fall war 2010 aufgeflogen und hatte weltweit Aufsehen erregt. Allein in Frankreich ließen sich mehr als 18.000 Frauen vorsorglich die Implantate herausoperieren.

Herstellung der Brustimplantate war zertifiziert

Bereits in erster Instanz war der Firmengründer im Dezember 2013 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde damals unter anderem schuldig gesprochen, den TÜV Rheinland betrogen zu haben, der das Herstellungsverfahren der Implantate zertifiziert hatte. 

Dessen ungeachtet fordern tausende Frauen Schadenersatz vom TÜV Rheinland. Sie werfen dem TÜV und seiner Frankreich-Tochter vor, gegen die Kontrollpflichten verstoßen zu haben.

kis DPA AFP

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