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XXL-Report: Deutsche glauben, Dicke seien zu faul zum Abnehmen

Dicke leben ungesund – und haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Doch was denken die Deutschen wirklich über stark Übergewichtige? Eine Studie der DAK zeigt: Fettleibige werden oft stigmatisiert und sogar gemieden.

Ein übergewichtiger Mann sitzt auf einer Bank.

der XXL-Report der DAK zeigt: Übergewicht und Fettleibigkeit sind mit zahlreichen Vorurteilen behaftet

Fettleibigkeit macht nicht nur krank, sondern einer Studie zufolge auch einsam. Nach einer Analyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit werden fettleibige Menschen in Deutschland häufig stigmatisiert und ausgegrenzt. 71 Prozent der Bevölkerung finden nach der Forsa-Untersuchung stark Übergewichtige unästhetisch. Die Mehrheit der Befragten glaubt demnach, dass Fettleibige zu faul zum Abnehmen seien. 41 Prozent der Befragten haben Mitleid mit fettleibigen Menschen und 15 Prozent gaben an, den Kontakt zu stark Übergewichtigen zu meiden. 

Die Befragten machen zudem deutliche Unterschiede zwischen leicht übergewichtigen und fettleibigen Menschen. So finden sie dicke Menschen zwar auch unästhetisch (38 Prozent), aber dies sind deutlich weniger als die 71 Prozent der Befragten, die dieses Urteil über adipöse Menschen fällen. Übergewichtige werden von einem Drittel (35 Prozent) der Menschen als lustig eingeschätzt, über Fettleibige sagen dies nur 13 Prozent. Fast jeder Zweite (43 Prozent) findet dicke Menschen gesellig, bei Adipösen sind es nur 13 Prozent.

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Fettleibigkeit ist eine Volkskrankheit

In Deutschland ist dem "XXL-Report" der DAK zufolge jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 79 fettleibig. Der Anteil der Patienten mit extremer Adipositas (Body-Mass-Index über 40) habe sich zwischen 1999 und 2013 mehr als verdoppelt.

Adipositas (Fettleibigkeit) ist eine Volkskrankheit, die durch unterschiedliche Faktoren hervorgerufen werden kann. Studien belegten, dass Fettleibigkeit Auslöser für mehr als 60 Begleiterkrankungen sein könne, erklärt die DAK. Laut Robert-Koch-Institut kann sie auch die Entwicklung chronischer Erkrankungen begünstigen. Dadurch verursachen Übergewicht und Adipositas erhebliche Kosten im Gesundheits- und Sozialsystem.

Übergewicht wird nach dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI) bestimmt. Dieser Index wird errechnet, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern teilt. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Erwachsene mit einem BMI über 25 als übergewichtig ein, mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig.

Ob und wann ein Mensch subjektiv als übergewichtig eingestuft wird, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Die Ergebnisse der DAK-Studie beruhen auf diesen persönlichen Meinungen und Einschätzungen. 

Laut BMI gilt beispielsweise ein 1,80 Meter großer Erwachsener ab 81 Kilogramm als übergewichtig und ab 97 Kilogramm als stark übergewichtig. Stark übergewichtig waren nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2013 in Deutschland insgesamt 16 Prozent der Bundesbürger.


ikr / DPA / AFP

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