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Davidsterne angesprüht, Staatsschutz ermittelt: Tarifstreit in Berliner Programmkino eskaliert

Seit Monaten schwelt ein Lohnstreit zwischen den Mitarbeitern und dem Betreiber eines Berliner Programmkinos - nun ist er eskaliert. Der jüdische Inhaber sprühte Davidsterne an die Türen.

An den Türen des Babylon in Berlin-Mitte sind Davidsterne gesprüht worden

Der Streit zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeitern des Berliner Programmkinos Babylon scheint endgültig eskaliert zu sein

DPA

Der Inhaber des Berliner Kinos Babylon hat sein Lichtspielhaus selbst mit Symbolen behängt, die an die Nazi-Zeit erinnern. Eine Sprecherin des Kinos sagte am Mittwoch auf Anfrage, der jüdische Besitzer wolle sich mit einer "Kunstaktion" gegen eine Diffamierungskampagne von Mitarbeitern zur Wehr setzen. An dem Theater gibt es seit Monaten einen Tarifstreit zwischen Inhaber und Angestellten. Die streikenden Mitarbeiter hatten laut Sprecherin zum Boykott des Kinos aufgerufen.


Der Besitzer sieht laut Sprecherin sich persönlich als Ziel der Kampagne und hängte ein Transparent an die Fassade mit der Aufschrift: "Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht im Babylon!". Die Türen des Kinos besprühte er mit weißen Davidsternen. Auf der Website des Programmkinos veröffentlichte der INhaber einen offenen Brief, in dem er seine Sicht der Dinge darstellt. Die Mitarbeiter-Gewerkschaft erklärte, die Aktion rücke den Streik in die Nähe von nationalsozialistischen Umtrieben. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts prüft nach Polizeiangaben, ob eine Straftat vorliegt.

ono / DPA
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