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Fantasy-Saga: "Eragon" erobert die Bestsellerlisten

Erlösung für alle Eragon-Fans: Der dritte Band von Christopher Paolinis Fantasy-Saga ist erschienen - "Eragon - Die Weisheit des Feuers". Lange mussten junge Leseratten auf Neues von ihrem Helden warten, nun erobert "Brisingr", so der Originaltitel, die Spitze etlicher Bestsellerlisten.

Der neue Schmöker knüpft ohne Umschweife dort an, wo Paolini in "Der Auftrag des Ältesten" den Schlusspunkt gesetzt hatte. Eragon, sein blauer Drache Saphira und Cousin Roran bereiten einen Angriff auf die Ra'zac vor, um Rorans Verlobte Katrina endlich aus ihrem Verlies zu befreien. Wie die ersten beiden und sicher auch der letzte noch geplante Band von Paolinis "Inheritance"-Reihe ist "Die Weisheit des Feuers" 864 Seiten lang mit einer Fülle faszinierender Details gespickt.

In den USA war der neue Eragon schon vor einem Monat zu haben. "Brisingr", so der Originaltitel, eroberte über Nacht die Spitze etlicher Bestsellerlisten. Schon in den ersten Tagen gingen 550.000 Exemplare über den Ladentisch, tauchte eine halbe Million junger Leser selbstvergessen in Paolinis Welt der Magie und finsteren Mächte ab. Und Random House meldete einen Rekord: Noch nie hatte ein Jugendbuch dem Verlag einen solchen Erfolg beschert.

Bergdörfer verwandeln sich in Fantasy-Kulissen

Die Begeisterung hiesiger Eragon-Fans steht der in Amerika kaum nach. Beispiel Schliersee (Oberbayern): Das malerische Bergdorf verwandelte sich anlässlich des deutschen Erscheinungstermins in eine Fantasy-Kulisse. Dort öffnete in der Nacht die "Diamantengruft von Brom" ihre Pforten, flackerte auf dem Dorfplatz von "Carvahall" ein großes Lagerfeuer, lud der "Thronsaal von Zwergenkönig Hrothgar" zum festlichen Rittermahl ein, sorgten Feuerschlucker und Gaukler in mittelalterlicher Kluft für Unterhaltung.

Eragon-Autor Paolini hatte selbst einmal Pluderhosen und ein Schwert angelegt, um sein erstes, von der Familie finanziertes Buch an den Mann zu bringen. "Ich erinnere mich noch, wie ich während eines Schneesturms im Kostüm an der Hecktür unseres Minivans stand und Passanten für das Buch zu gewinnen versuchte", sagte er der Zeitung "Seattle Post-Intelligencer" kürzlich in einem Interview.

Seine erste Eragon-Zeile schrieb der inzwischen 24-Jährige im Alter von 15. Damals hatte Paolini, der zu Hause bei Mutter und Vater in die Schule ging, gerade sein High-School-Pensum abgeschlossen. Ohne neue Aufgabe und Ablenkung im ländlichen Montana entwirft er, ein begeisterter Leser von Tolkien und Lewis, seine eigenen Fantasy-Charaktere und gibt ihnen eine ureigene Sprache.

Ruhiger und besinnlicher ist der neue Band

Tausende Seiten später hat Paolini das Gefühl, "endlich Fuß gefasst zu haben". Im jüngsten Eragon-Band glaube er, erstmals "eine gewisse Reife erlangt" zu haben, bekennt er in mehreren Interviews. Zum Ausdruck kommt diese Reife in den Gedanken der Protagonisten und den moralischen Reflexionen ihres eigenen Handelns. Das geht auf Kosten der gewohnten Action, was manche hartgesottene Fantasy-Fans überraschen und enttäuschen könnte. Im Vergleich zu den ersten beiden Bänden geht es im neuen Eragon über Hunderte von Seiten ruhiger und besinnlicher zu.

Was nicht heißt, dass Paolini bei der Schilderung der Kampfeshandlungen nicht voll aufdreht und damit die Heißblütigen unter seinen Fans wieder entschädigt.

Von Gisela Ostwald, DPA / DPA
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