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Verkaufshit "Triggered": Buch von Trump Jr. wird Bestseller, nachdem die Republikaner für 100.000 Dollar Exemplare gekauft haben

Donald Trump Jr. ist mit seinem Buch "Triggered" an der Spitze der Bestsellerliste der "New York Times" gelandet. Zu verdanken hat der Präsidentensohn den Erfolg aber nicht nur seinen Schreibkünsten.

Donald Trump Jr. signiert bei einer Werbetour sein Buch "Triggered"

Bestseller mit Makel: Donald Trump Jr. signiert bei einer Werbetour sein Buch "Triggered"

AFP

Donald Trump Jr. hat mit seinem Buch "Triggered" einen Verkaufshit gelandet. Nur eine Woche nach seiner Veröffentlichung am 5. November kletterte das Werk des Präsidentensohnes an die Spitze der Bestsellerliste der "New York Times". Doch dabei hatte offenbar die Republikanische Partei ihre Hände im Spiel.

Das für die Sammlung von Spendengeldern und die Wahlkampfstrategie verantwortliche Republican National Committee (RNC) der Partei habe fast 100.000 Dollar ausgegeben, um Ausgaben des Buches zu kaufen, berichtet die "New York Times". Finanzunterlagen, die das RNC gegenüber der bundesstaatlichen Wahlkommission offengelegt habe, zeigten, dass das Komitee am 29. Oktober 94.800 Dollar an die Buchhandelskette Books-A-Million gezahlt habe. Die vom RNC eingereichten Dokumente deuteten darauf hin, dass das Geld für "Andenken für Spender" ausgegeben worden sei. RNC-Sprecher Mike Reed räumte der Zeitung zufolge ein, dass es sich bei diesen Andenken um "Triggered"-Exemplare gehandelt habe.

RNC und Trump Jr. schicken Werbemail

Doch die Republikaner halfen Trump Jr. nicht nur mit Geld auf die Bestsellerliste, sie machten auch fleißig Werbung für sein Buch. Am Erscheinungstag schickte das RNC eine von Trump Jr. unterzeichnete E-Mail an die Unterstützer der Partei, in der jedem, der mindestens 50 Dollar an die Republikaner spende, eine signierte Ausgabe von "Triggered" versprochen wurde, wie die US-Nachrichtenseite "Buzzfeed" berichtet. "Dieses zeitlich begrenzte Angebot endet BALD", habe Trump Jr. dazu geschrieben."Also stellen Sie sicher, dass Sie Ihre signierte Kopie meines neuen Buches JETZT anfordern." Laut "New York Times" pries das RNC in der Mail "Trigger" als das Buch an, "von dem die Linke nicht will, dass Sie es lesen".

"Triggered" ist eine Attacke gegen alle Trump-Kritiker, die oppositionellen Demokraten und die Nachrichtenmedien. Der Untertitel des Buches ist: "How the left thrives on hate and wants to silence us". Übersetzt heißt das: "Wie die Linke vom Hass lebt und uns zum Schweigen bringen will". Trump Jr. behauptet darin, eine hasserfüllte Linke in den USA sei wild entschlossen, ihn und alle, die die Präsidentschaft seines Vaters unterstützen, mundtot zu machen.

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RNC-Vizepsprecher Michael Joyce erklärte gegenüber "Buzzfeed": "Wir haben durch das Buch 500.000 Dollar an Parteispenden eingenommen." Die Verwendung von Büchern zur Geldbeschaffung sei bei politischen Parteien aller Lager üblich, sagte ein weiterer RNC-Vertreter der Nachrichtenseite. "'Triggered' ist bei unseren Unterstützern sehr beliebt und hat uns geholfen, Gelder zur Unterstützung der Wahlkampagne zu sammeln."

Bestsellereintrag mit "tödlichem Dolch" versehen

Dass davon auch Trump Jr. profitiert hat, sei dennoch kein Zufall, mutmaßt ein New Yorker Literaturagent: Wenn das RNC "nur Bücher weiterverkaufen wollte, hätte es sie für weniger Geld direkt vom Verlag bekommen können", zitiert "Buzzfeed" den Experten. "Sie haben mehr Spendengelder ausgegeben, um die Bücher von Books-A-Million zu kaufen, in dem eindeutigen Bestreben, es wie 'echte' Verkäufe aussehen zu lassen."

Das hat allerdings nicht so ganz geklappt. "Triggered" wurde auf der Bestsellerliste mit einem wichtigen Hinweis versehen: Ein Dolchsymbol, das anzeigt, dass ein großer Teil der Verkäufe des Buches an "Institutionen oder Interessenvertretungen" ging oder von "Gruppen- oder Großeinkäufen" stammt. Das Symbol sei in der Branche als der "tödliche Dolch" bekannt, zitiert die Internetseite "Page Six" eine ungenannte Quelle. "Eine seltene Strafe, die nur für offenkundige Fouls verhängt wird."

Quellen: "New York Times""Buzzfeed""Page Six"

mad