Neue Sachbücher Arabische Welt und Schiller im Mittelpunkt


Lange Zeit überschwemmten Publikationen über die USA den Markt. Jetzt kommen bei den Sachbüchern wieder andere Themen zu ihrem Recht - darunter der Islam und Friedrich Schiller.

Nachdem im Sommer noch zahlreiche Bücher über die USA und den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry erschienen sind, ebbt in diesem Herbst die Flut an Titeln über die Vereinigten Staaten ab. Die arabische Welt und der Islam ziehen dagegen nach wie vor das Interesse der Sachbuchautoren auf sich - wohl auch deshalb, weil die arabischen Länder in diesem Jahr die Gastregion der Frankfurter Buchmesse sind. Daneben wirft auch das bevorstehende Schiller-Jahr seinen Schatten voraus: Friedrich Schillers Todestag jährt sich am 9. Mai 2005 zum 200. Mal.

Neues von Michael Moore

Einen großen Erfolg wird sicherlich wieder einmal Michael Moore landen. Mit dem in den USA bereits 1998 erschienenen Band "Hurra Amerika!", den der Doku-Star zusammen mit seiner Frau Kathleen Glynn verfasst hat, bringt er nun das Begleitbuch zu seiner legendären Fernsehserie "TV-Nation" auch auf den deutschen Markt. Nachzulesen ist, wie der Oscar-Gewinner von 2003 in verrückten Aktionen die politische und soziale Gemütslage der Supermacht aufs Korn nimmt.

Bücher über den Fundamentalismus

Den Herausforderungen, denen der gesamte Westen durch die arabische Welt ausgesetzt ist, geht Gilles Kepel in "Die neuen Kreuzzüge" nach. Der französische Politikwissenschaftler, der seit Jahren den islamischen Fundamentalismus erforscht, fragt angesichts der nicht endenden Terroranschläge, wie eine neue Weltordnung aussehen kann, in der die arabischen Länder echte Partner sind.

Dialog mit dem Islam

Zu einem Standardwerk dürfte "Der Islam" von Hans Küng avancieren. Der streitfreudige Schweizer Theologe vollendet damit seine Trilogie, in der er zuvor das Christentum und das Judentum abgehandelt hat. Küng will mit seiner allgemein verständlichen, aber zugleich wissenschaftlich fundierten Darstellung den Dialog mit dem Islam anregen, ohne den es Küng zufolge keinen dauerhaften Weltfrieden gibt.

Friedrich Schiller uns sein geistiges Umfeld

Wer sich auf das Schiller-Jahr 2005 einstimmen möchte, dem seien insbesondere zwei Bücher empfohlen. Mit philosophischem und biografischem Feinsinn beschreibt Rüdiger Safranski in "Friedrich Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus" den Lebensweg des Dichters, der zwischen 1790 und 1805 zusammen mit Goethe das deutsche Geistesleben von Weimar aus prägte. Wer Safranskis Darstellungen über Schopenhauer und Heidegger kennt, wird bereits ahnen, dass der Autor auch in seinem neuen Buch das geistige Umfeld seines Protagonisten prägnant und verständlich skizziert.

Die persönliche Seite des Dichters beleuchtet dagegen "Das Leben des Friedrich Schiller" von Sigrid Damm. Die Berliner Autorin, die in "Christiane und Goethe" bereits das Verhältnis zwischen Goethe und seiner Frau eindrücklich nachgezeichnet hat, beschreibt vor allem Schillers Alltag als Dichter, Ehemann und Vater von vier Kindern.

Sprachlich Ansprechendes über Alexander den Großen

Den größten Feldherrn der antiken Welt rückt Robin Lane Fox in seiner Biografie "Alexander der Große" ins Licht. Diese Lebensbeschreibung, die in England auch wegen ihrer sprachlichen Qualität zum Bestseller wurde, diente als Vorlage für einen neuen Film von Oliver Stone über den verblendeten Welteneroberer. Der Film, kommt im November in die Kinos.

Dass die heutigen Politiker nicht viel weniger wirklichkeitsfremd sind als Alexander der Große, führt Jürgen Leinemann in "Höhenrausch" vor Augen. Der "Spiegel"-Autor zeigt, dass Politik mehr und mehr zu einem Geschäft in einer Scheinwelt wird, die vor allem vom Fernsehen geprägt ist. Der damit verbundene Realitätsverlust ist laut Leinemann Ausdruck einer für unsere Zeit typischen Sucht nach Anerkennung.

Formen der Angst

Vielleicht würde Borwin Bandelow dieses Phänomen als die Folge einer Angst deuten. In seinem "Angstbuch" beschreibt der Göttinger Psychologe nicht nur anschaulich alle bisher bekannten Formen der Angst, er stellt auch die wichtigsten Methoden vor, wie dieses Gefühl überwunden werden kann.

Deutschland altert

In der Nachfolge von Frank Schirrmachers Bestseller "Das Methusalem-Komplott" steht der Band "Altenrepublik" von Elisabeth Niejahr: Die Korrespondentin der "Zeit", die sich seit fast zehn Jahren mit dem demographischen Wandel beschäftigt, beschreibt ausführlich, wie in 20 Jahren, wenn mehr als die Hälfte der Einwohner über 60 sein wird, in Deutschland gelebt, geliebt und gearbeitet wird.

Der Frage, warum etwas in der Kunst für schön erachtet wird, geht der Semiotiker und Romanautor Umberto Eco in dem Band "Die Geschichte der Schönheit" nach. Das Spektrum des großzügig illustrierten Bandes reicht von den Statuen der klassischen Antike über die Malerei der Romantik bis zur postmodernen Architektur.

Auf gewohnt humorvolle Weise gehen Allan und Barbara Pease in "Die kalte Schulter und der warme Händedruck" Gesten und anderen Geheimnissen der Körpersprache auf den Grund. Die beiden Autoren des Bestsellers "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" teilen in ihrem neuen Buch ihre Beobachtungen mit, die sie im Alltag und in ihren Seminaren zu nonverbaler Kommunikation gesammelt haben.

Thomas Oser, DPA DPA

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