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Zirkus: Akrobatik zu Andersens Ehren

Andersens Märchen einmal anders: getanzt und geturnt. 100 Artisten touren mit einer Zirkusshow rund um die bekannten Märchen durch Deutschland.

100 chinesische Künstler lassen die Märchenwelt des dänischen Erzählers Hans Christian Andersen in akrobatischen Szenen lebendig werden. In der laut Veranstalter "größten Märchenschau der Welt" wirbeln die Artisten durch die Manege und bieten atemberaubende Vorführungen. "Es ist eine Mischung aus Cirque du Soleil und Disneyland, eine Show für die ganze Familie", sagte Produzent Henk van der Meyden. Anlässlich des 200. Geburtstags Andersens führt die Artisten eine einjährige Tournee durch Deutschland.

Andersens Märchen sind sanfte Stücke, die wie zarte Bleistiftzeichnungen von sanften Schattierungen leben. Der chinesischen Regisseurin Li Xining ist es gelungen, die Geschichten von leichter Traurigkeit und kurzem Innehalten in die laute, quirlige und bunte Zirkuswelt zu übertragen. Eineinhalb Jahre hat sie an der nach offiziellen Angaben sieben Millionen Euro teuren Produktion gearbeitet.

Für diese chinesischen Artisten scheinen die Gesetze der Schwerkraft nicht zu gelten. Gleich im Eröffnungsbild, dem Märchen vom "hässlichen Entlein", schwingen sie sich im Dutzend auf zu Seiltänzen unter der Zirkuskuppel. Die dicken Lagen aus Federbetten für "die Prinzessin auf der Erbse" symbolisieren sie mit einer Pyramide aus 16 Holzbänken, sechs Artisten und fünf Rosensträußen. Den Prinzen, in den sich die "kleine Meerjungfrau" unglücklich verliebt, rudern Bodenakrobaten in einem aus Turnmatten geformten Boot in die Manege.

Zweimal mit dem Zirkus-Oskar ausgezeichnet

Wie vom Chinesischen Staatszirkus gewohnt, dessen Europa-Tourneen van der Meyden betreute, kommen die meisten Darbietungen schnell, kraftvoll und in der musikalischen Begleitung manchmal etwas zu laut daher. Trotzdem bleibt Raum für Andersens leisen Töne. "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" gehört dazu: Als das letzte Zündholz nach einer akrobatischen Jonglage in den Händen der Künstlerin erlischt, knistert Kälte durch das an sich gut geheizte Zirkuszelt.

Zwei der insgesamt 13 Bilder sind bereits mit dem als "Zirkus-Oscar" geltenden Goldenen Clown ausgezeichnet worden. Das eine ist die Armee der Zinnsoldaten, die Dutzende von Tellern durch die Luft wirbeln, während ihr unbeholfener einbeiniger Kamerad die Liebe der schönen Prinzessin gewinnt. Die zweite Szene leitet das Schlussbild ein: Zwischen 16 Rad fahrenden Schwänen taucht das einst hässliche Entlein auf - als schöne Schwanenprinzessin.

Kommende Termine:

Pforzheim bis 03.04.05
Böblingen - 05.04.05 bis 10.04.05
Neustadt an der Weinstraße - 12.04.05 bis 17.04.05
Amberg - 19.04.05 bis 24.04.05
Karlsruhe - 27.04.05 bis 08.05.05
Regensburg - 13.05.05 bis 22.05.05
Augsburg - 25.05.05 bis 05.06.05
Trier - 08.06.05 bis 12.06.05

Wolfgang Heumer/DPA / DPA