Corinna Harfouch Ihr kurzer Weg im Hauptstadt-"Tatort"

Corinna Harfouch als Susanne Bonard im Berliner "Tatort: Vier Leben".
Corinna Harfouch als Susanne Bonard im Berliner "Tatort: Vier Leben".
© rbb/Gordon Muehle
Ein Zweiteiler zum Einstieg, vier weitere Filme: Corinna Harfouchs kurzer Weg im Berliner "Tatort". Wie geht es für Karow jetzt weiter?

Als Corinna Harfouch (71) im Berliner "Tatort" erstmals als Susanne Bonard auftrat, war ihre Zeit in der Rolle von Beginn an begrenzt. Die Schauspielerin hatte früh klargemacht, dass sie sich nicht dauerhaft an das Serienformat binden wollte. Auch der verantwortliche Sender rbb kommunizierte ihren Einstieg entsprechend als zeitlich begrenzt. Mit "Tatort: Gefahrengebiet" endet diese Phase nun planmäßig - nach einem Zweiteiler plus vier weiteren Einsätzen.

Susanne Bonard und ihre Episoden

Der Einstieg erfolgte im Frühjahr 2023 mit "Nichts als die Wahrheit", einem zweiteiligen Auftakt, der Bonard unmittelbar in ein komplexes, politisch aufgeladenes Umfeld führte. Der Fall drehte sich um Verdachtsmomente innerhalb des Sicherheitsapparats und markierte zugleich einen Neuanfang für Mark Waschke (53) als Kommissar Robert Karow, der nach dem Ausstieg von Meret Becker (57) als Kommissarin Nina Rubin erstmals wieder mit einer festen Partnerin ermittelte. Bonard wurde dabei als ruhige, kontrollierte Ermittlerin eingeführt, die Distanz hält - zu ihrem Kollegen ebenso wie zu ihrem Umfeld.

Mit "Am Tag der wandernden Seelen" (2024) verlagerte sich der Blick stärker auf ein konkretes gesellschaftliches Milieu. Der Film führte in die vietnamesische Community Ostberlins und verband den Kriminalfall mit Fragen von Unsichtbarkeit, Zugehörigkeit und Ausbeutung. Bonards zurückhaltende, zuhörende Arbeitsweise erwies sich hier als prägendes Element der Erzählung.

Anfang 2025 folgte "Vier Leben", ein weiterer Fall mit politischem Kontext, der die Ermittler mit den Folgen des Afghanistan-Abzugs und der Frage politischer Verantwortung konfrontierte. Berlin wurde dabei erneut als Macht- und Entscheidungsraum inszeniert, in dem polizeiliche Arbeit unter besonderem Druck steht.

Mit "Erika Mustermann" (Herbst 2025) rückte schließlich ein institutioneller Schauplatz in den Mittelpunkt. Die Ermittlungen führten in die Bundesdruckerei - ein Ort, an dem Sicherheitslogik, Zugänge und Kontrollmechanismen selbst Teil des Falls wurden. Bonard blieb dabei die ordnende Konstante im Team, präsent, aber nie dominant.

Zum Abschluss folgt jetzt "Gefahrengebiet". Der Film verbindet einen Mordfall mit Themen wie staatlichen Eingriffen, öffentlicher Sicherheit und gesellschaftlicher Spannung. Gleichzeitig führt er Susanne Bonard aus dem Dienst - ohne optionale Fortsetzung, ohne Bruch. Ihr Weg endet so klar, wie er angelegt war.

Und wie geht es im Berliner "Tatort" weiter?

Mit dem Ende von Bonards Zeit steht der Berliner "Tatort" erneut vor einer Neuordnung. Fest steht: Robert Karow bleibt der Reihe erhalten. Offen ist, ob ihm künftig dauerhaft eine neue Ermittlerfigur zur Seite gestellt wird oder ob Berlin erneut auf wechselnde Konstellationen setzt.

Nach Jahren mit politischen Stoffen und gesellschaftlichen Zuspitzungen markiert "Gefahrengebiet" damit nicht nur einen Abschied, sondern auch einen Übergangspunkt für den Berliner "Tatort" insgesamt.

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