VG-Wort Pixel

Comic-Ente wird 85 Donald Duck: die Ente, die in der Wehrmacht diente und in Finnland verboten war

Walt Disney ist der Mensch, der die meisten Oscars gewonnen hat: 22. 

Der Zauberer in dem Walt-Disney-Klassiker "Fantasia" aus dem Jahr 1940 heißt Yen Sid - Disney rückwärts buchstabiert. 

Joseph Goebbels schenkte Adolf Hitler zu Weihnachten 1937 zwölf Disney-Kurzfilme. 

Der Regisseur Tim Burton begann seine Karriere als Zeichner bei Walt Disney.

Mesut Özils Spitzname in Spanien lautet Nemo. Nach dem Disneyfilm. 

Alle 25 Schritte steht im Disneyland ein Abfalleimer. Die Vorgabe stammt von Walt Disney selbst: Sie richtet sich danach, wie viele Schritte er benötigte, um einen Hot Dog zu essen. 

In den Sechzigerjahren wurden Männer mit Beatles-Pilzkopffrisuren am Eingang von Disneyland abgewiesen. 

Steve Jobs rief regelmäßig bei Disneys Konzernchef Robert Iger an, um ihm mitzuteilen, dass dessen Filme unterirdisch seien. 

Walt Disney wollte Mickey erst Mortimer Mouse nennen – seine Frau fand den Namen aber zu altmodisch. 

Der Disney-Mickymaus-Flop "Fantasia" galt in den 60er Jahren unter Jugendlichen als perfekter Drogenfilm. Disney brachte ihn 1969 noch einmal als "Trip Film" erfolgreich ins Kino.

1999 hat Disney 3,4 Millionen Videokassetten von "Bernard und Bianca" zurückgerufen, weil in zwei Einzelbilder das Foto einer nackten Frau einmontiert war.

In dem Disney-Zeichentrickfilm "Der Fuehrer’s Face" dient Donald Duck in der Wehrmacht – der Film gewann 1943 einen Oscar.
Mehr
In seinem ersten Film "Die kluge kleine Henne" hatte Donald Duck nur eine Nebenrolle. Das war im Jahr 1934. Neben Micky Maus mauserte sich die Disney-Ente schnell zum Star mit Fans in aller Welt. Heute feiert die berühmte Ente seinen 85. Geburtstag.

Die wohl berühmteste Ente der Welt hinkt der berühmtesten Maus immer ein wenig hinterher. Micky Maus war gerade mal 50 Jahre alt, als sie 1978 als erste Comic-Figur auf Hollywoods "Walk of Fame" mit einer Sternenplakette verewigt wurde. Donald Duck musste bis zum 70. Jubiläum warten, ehe dem Disney-Enterich 2004 diese Ehre zuteilwurde.

Micky Maus wurde im vorigen Jahr - zum 90. Geburtstag – als Symbolfigur des Weltkonzerns groß gefeiert. Nun macht es der Erpel mit der blauen Matrosenjacke seinem Freund mit den runden Ohren nach. Es ist zwar kein rundes Jubiläum, aber immerhin steht in Entenhausen am 9. Juni der 85. Geburtstag an: 1934 war in den USA der erste Zeichentrickfilm mit der tollpatschigen Comic-Ente erschienen. In "The Wise Little Hen" ("Die kluge kleine Henne") hatte Donald Duck nur eine Nebenrolle, aber es war der Beginn seines Siegeszugs rund um die Welt.

Donald Duck (l.) in seinem ersten Film "The Wise Little Hen"
Donald Duck (l.) in seinem ersten Film "The Wise Little Hen"
© Disney / DPA

Im Jahr 1934 kommt Donald Duck auf die Leinwand

Mit 85 Jahren erhält Donald von den Disney-Strategen einen Facelift. Zum Jubiläum kommt eine gestylte Sammler-Plüschfigur auf den Markt, mit silbernem Schnabel, einer Matrosenjacke aus schwarzem Samt und roter Fliege. Zudem lassen Extra-Ausgaben von Comic-Heften und Fernsehsendungen Donald Duck hochleben.

Nicht schlecht für ein oft launisches Federvieh ohne Hose, das seit seinem Hollywood-Debüt im Jahr 1934 im Handumdrehen zum Weltstar wurde. Micky Maus, der 1928 in dem Kurzfilm "Steamboat Willie" seine Premiere feierte, war in den 30er Jahren bereits ein riesiger Kassenschlager. Sein Erfinder Walt Disney wollte der eher braven Maus eine neue Figur zur Seite stellen: Donald sah niedlich aus, konnte aber jähzornig und stinkfaul sein.

Doch trotz seiner Faulheit hat die kultige Comic-Ente schon mehrere Jobs gehabt. So war Donald zum Beispiel schon Feuerwehrmann, Koch, Nachtwächter, Postbote, Tierpfleger und Schlangenbeschwörer, um nur einige seiner Tätigkeiten zum Brötchenverdienen zu nennen.

Donald in Finnland verboten, weil er keine Hosen trug

Donald Ducks Hosenlosigkeit wurde der Ente zum Verhängnis – zumindest in Finnland. Dort war er in den 1970er-Jahren in Bibliotheken verboten, weil er keine Unterhose trug. Auch der Fakt, dass er seine Langzeitfreundin Daisy Duck nicht heiratet, war den damals moralischen Finnen ein Dorn im Auge. Dass der Erpel keine Hosen trägt – nur beim Schwimmen hat er eine Badehose an – liegt daran, dass es für die Zeichner praktischer ist.

Ein Pechvogel mit Missgeschicken und Wutausbrüchen – vielleicht machten ihn gerade seine menschlichen Unvollkommenheiten in aller Welt so beliebt. Und dann ist da noch seine große Sippschaft in Entenhausen, ebenfalls aus der Feder des legendären US-Zeichner Carl Barks: der reiche Geizkragen-Onkel Dagobert Duck, die drei kleinen Neffen Tick, Trick und Track, die hübsche Freundin und Dauerverlobte Daisy (die übrigens seine Cousine ist) und der erfinderische Daniel Düsentrieb.

Donald Duck spielte auch in Anti-Nazi-Propaganda

Ob Anders And in Dänemark, Kalle Anka in Schweden, Paolino Paperino in Italien oder Donald Duck - auch außerhalb von Hollywood hat die Ente viele Fans, vor allem in Deutschland. Die in Rostock geborene Übersetzerin Erika Fuchs (1906- 2005) legte der Ente als Chefredakteurin des Micky-Maus-Magazins ab den 1950er Jahren die deutschen Worte in den Schnabel. Mit verkürzten Ausdrücken wie "Grübel", "Juchz" oder "Freu" erfand sie eine eigene Comic-Sprache für die Hefte.

Hartgesottene Donald-Duck-Fans, die sich Donaldisten nennen, gründeten 1977 die "Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus". Der Alltag und die Abenteuer des "kleinen Herrn Duck" lägen ihnen am Herzen, schreiben die "D.O.N.A.L.D."-Mitglieder auf ihrer Webseite. Sie tauschen sich bei Stammtischen und auf Tagungen über das Entenphänomen aus.

1943 gab Donald Duck seinen Entenschwanz auch für einen Anti-Nazi-Propagandafilm her. In "The Fuehrer's Face" sieht er sich wie in einem Alptraum als Arbeiter, der am Fließband für die Nazis Bomben montiert. Der Film brachte Disney einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm ein. Nicht einmal zehn Jahre war Donald Duck damals alt. Und nun ist die Ente mit dem zweiten Vornamen Fauntleroy weit über 80. Was würde Donald wohl dazu sagen? Vielleicht "Uff, ächz, seufz".

Sehen Sie hier im Video: "Als Donald Duck in der Wehrmacht diente"

 

Weitere Quellen: "Bild", "Neue Westphälische"

rw / Barbara Munker DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker