"Beim ersten Mal" Sex macht schwanger

Allison ist eine attraktive Karrierefrau, Ben ein notorischer Taugenichts. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht gibt es für das ungleiche Paar ein böses Erwachen: Allison erwartet ein Baby. Und nun?

Spontaner Sex ist schön, aber manchmal folgenreich. Diese Erfahrung machen auch die blonde Schönheit Alison und der pummelige Ben. Es ist ein ungleiches Paar, das sich eines Abends in einem Tanzclub begegnet und nach reichlichem Alkoholgenuss zusammen im Bett landet: Alison ist gerade zur Moderatorin einer Kabelfernsehstation befördert worden, womit all ihre Träume in Erfüllung gehen. Hingegen ist Ben ein ziemlich orientierungsarmer, beruflich erfolg- und perspektivloser Herumhänger.

Unter normalen Umständen kommt es zwischen zwei so gänzlich unterschiedlichen jungen Menschen noch nicht einmal zu Spontansex. Doch im Kino ist bekanntlich alles möglich, also auch die Geschichte der Beziehung zwischen Ben und Alison, die in der US-Komödie "Beim ersten Mal" von Drehbuchautor und Regisseur Judd Apatow in Szene gesetzt wurde und nun in die Kinos kommt.Mit dem Comedy-Darsteller Seth Rogen und dem amerikanischen TV-Serienstar Katherine Heigl sind die Hauptrollen mit zwei in Deutschland noch wenig bekannten Schauspielern besetzt, die aber sicher nicht zum letzten Mal auf der Leinwand zu sehen sind.

Abrtreibung - dem US-Publikum nicht zuzumuten

Reizvoll an dem Film ist der zum Vorschein kommende kulturelle Unterschied zwischen der amerikanischen und der deutschen Gesellschaft: Hier zu Lande hätte sich so schnell kein Drehbuchautor vorstellen mögen, dass die unerwünschten Folgen einer solchen Zufallsbegegnung anders als mit einer Abtreibung zu "reparieren" wären. Über dem Teich kann sich aber offenbar ein großes Publikum, auf das Apatows Geschichte zweifellos zielt, auch mit der "Ich will das Baby haben"-Variante anfreunden. Genau diese unterschiedliche Sichtweise wird es dem flott inszenierten Film beim hiesigen Publikum etwas schwer machen, auch ein Kassenerfolg zu werden.

Verlierertyp trifft Karrierefrau

Dazu trägt auch bei, wie wenig wahrscheinlich es wohl auch in den USA ist, dass sich eine gut aussehende Karrierefrau wie diese Alison tatsächlich mit einem klassischen Verlierertyp wie Ben so schicksalhaft verketten will. Schließlich gehören die Gene eines solchen Mannes nicht vordringlich zu dem, was sich blonde Moderatorinnen für den Nachwuchs erhoffen. Doch der Film lebt nun einmal von dieser Situation, die er mit den Hauptdarstellern so weit wie möglich auszureizen versucht.

Schwangerschaft, vom Drehbuch gezeugt

Apatow und Rogen haben zusammen vor zwei Jahren bereits mit dem Komödienhit "Jungfrau(40), männlich, sucht..." einen großen Überraschungserfolg auf der Leinwand erzielt, über 175 Millionen Dollar spielte dieser Film weltweit ein. Wuschelkopf Rogen ist kein Adonis, Heigl hingegen eine strahlende Schönheit. Es macht meist Spaß, den beiden zuzuschauen. Aber nie kommt das Gefühl auf, die beiden Hauptakteure könnten auch im richtigen Leben eine Liebesbeziehung eingehen. Auch die Filmlänge von immerhin 129 Minuten kann das nicht glaubhafter machen. Wer sich daran nicht stößt, findet "Beim ersten Mal" hoffentlich nicht zum letzten Mal ganz gute Kinounterhaltung um eine Schwangerschaft, die das Drehbuch gezeugt hat.

Wolfgang Hübner/AP AP

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