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"Hallam Foe": Big Brother für Verliebte

Als tanzbesessener "Billy Elliot" rührte der damals 14-jährige Jamie Bell die Zuschauer zu Tränen. Sieben Jahre später bringt er sie zum Schmunzeln: In seinem neuen Film "Hallam Foe" spielte einen jungen Mann mit voyeuristischen Neigungen.

In "Hallam Foe" erzählt der schottische Autor und Regisseur David Mackenzie eine Geschichte um die Probleme des Erwachsenwerdens. Der Film lebt von der faszinierend vielfältigen Darstellung Jamie Bells. Sehr differenziert entwirft der junge Schauspieler das Porträt eines Jugendlichen, der Menschen und Umwelt leidenschaftlich ausspioniert. Der britische Jung-Star sagt dazu: "Ich habe das auch schon gemacht. Es ist doch ungeheuer spannend, Leute zu beobachten. Wir sind alle gern mal Voyeure. Wie sonst wäre der Erfolg von 'Big Brother' zu erklären?"

Einfühlsam begleitet David Mackenzie den Lebensweg des Heranwachsenden Hallam. Der Teenager, der nach dem Tod seiner Mutter zusehends vereinsamt, glaubt felsenfest, dass seine Mutter vor Jahren von seiner jetzigen Stiefmutter (Claire Forlani) ermordet wurde. So verfolgt er jeden ihrer Schritte, überzeugt davon, sie irgendwann überführen zu können. Als ausgerechnet sie den verwirrten jungen Mann verführt, bleibt ihm nur noch die Flucht in die Großstadt.

Ewig Kind bleiben oder erwachsen werden?

Dort fühlt sich Hallam zunächst pudelwohl. Wenn er nächstens ahnungslose Nachbarn beobachtet, schwelgt er in einem Freudenfest der Fantasie. Das ändert sich, als er sich in die schöne Kate (Sophia Myles) verliebt, die seiner toten Mutter verblüffend ähnlich sieht. Hallam muss sich entscheiden: Ewig Kind bleiben oder erwachsen werden?

David Mackenzies gekonnte Mischung aus Drama und Komödie wurde auf der diesjährigen Berlinale unter anderem mit einem Silbernen Bären für die beste Filmmusik ausgezeichnet. Auch der temporeiche Soundtrack, unter anderem mit Titeln der schottischen Band Franz Ferdinand, nimmt dem Thema etwas von seiner Schwere.

Peter Claus/DPA / DPA
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