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Neustarts in den USA: Auf diese 15 US-Serien können wir uns freuen

Serien-Fans können aufatmen, denn von Sitcoms bis Horror ist für jede Menge Nachschub gesorgt. Wir werfen einen Blick auf die spannendsten Serien des restlichen Jahres, von "Gotham" bis "HIMYD".

Von Patrick Heidmann

Das Ende von "How I Met Your Mother" liegt hinter uns, "Breaking Bad" oder "Dexter" sind ohnehin längst vorüber. "Mad Men" und "True Blood" gehen bald in die letzte Runde. Was gucken wir also in den kommenden Monaten? Geht den Serienjunkies womöglich der Stoff aus? Natürlich nicht. Im Gegenteil: Es stehen schon wieder so viele neue US-Serien in den Startlöchern, dass es schwer ist, den Überblick zu behalten. Wir werfen einen Blick voraus auf all die Serien, die im nächsten halben Jahr für Gesprächsstoff sorgen werden. Und sofern es schon feststeht, verraten wir auch, wann sie Premiere feiern.

"Silicon Valley"

Darum geht's: Der schüchterne Programmierer Richard lebt im Amerikas Technik-Mekka mit vier anderen Computer-Nerds unter einem Dach, jobbt für einen Großkonzern und entwickelt nebenbei eine Webseite, die schnell für viel Aufsehen sorgt.

Von & mit:

Schöpfer der Comedy-Serie ist Mike Judge, der früher "Beavis & Butt-Head" erfunden und mit "Alles Routine" einen echten Kultfilm gedreht hat. In den Achtzigern arbeitete er übrigens selbst mal drei Monate im Silicon Valley - und nahm dann Reißaus.

Für alle ...:

... Fans von "The Big Bang Theory". Wobei es hier vermutlich ein bisschen weniger brav zugehen dürfte, schließlich läuft "Silicon Valley" nicht auf einem frei empfangbaren Sender, sondern auf dem Pay-TV-Kanal HBO.

Ab 6. April im US-TV.

"Turn"

Darum geht's: Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg tut sich 1778 ein Farmer mit einigen Gleichgesinnten zusammen, um den ersten Spionagering des Landes zu gründen und den Krieg zu Gunsten George Washingtons zu beeinflussen.

Von & mit:

Die Hauptrolle hat der Brite Jamie Bell übernommen, der für viele immer noch der niedliche Knirps aus "Billy Elliott" ist, obwohl er gerade auch in "Nymphomaniac 2" die Sado-Maso-Peitsche schwingt.

Für alle ...:

... die sich eine Mischung aus Geheimagenten-Thriller und Geschichtsunterricht vorstellen können. Der gleiche Sender verantwortet auch die Westernserie "Hell on Wheels", wo das mit den Genre-Elementen im historischen Gewand ja schon ganz gut funktionierte.

Ab 6. April im US-TV.

"Fargo"

Darum geht's: Als der undurchschaubare Herumtreiber Lorne Malvo in einem verschlafenen Nest in Minnesota auftaucht, stellen seine wenig zimperlichen Machenschaften nicht bloß das Leben des eigentlich biederen Versicherungskaufmanns Lester auf den Kopf.

Von & mit:

Die Coen-Brüder, deren gleichnamiger Film ganz lose als Vorlage diente, sind nur als Produzenten, nicht als kreative Köpfe mit an Bord. Dafür ist ihr Stamm-Schauspieler Billy Bob Thornton ebenso mit dabei wie Martin Freeman (der neben "Sherlock" und dem "Hobbit" noch Zeit für ein weiteres Projekt hatte) sowie "Private Practice"-Star Kate Walsh.

Für alle ...:

... die ihren Humor gerne bitterböse und blutig mögen. Denn der typische Tonfall der Coens, von dem sich zuletzt auch schon Serien wie "Lilyhammer" inspirieren ließen, soll definitiv erhalten bleiben. Dass andere TV-Adaptionen von Kinoerfolgen ("The Firm") zuletzt eher enttäuschten, vergessen wir hier besser mal.

Ab 15. April im US-TV.

"24: Live Another Day"

Darum geht's: Jahrelang war Ex-Agent Jack Bauer von der Bildfläche verschwunden, nun plötzlich taucht er in London wieder auf, als der US-Präsident dort zu Gast und offensichtlich in Gefahr ist.

Von & mit:

Wer die ersten acht Staffeln von "24" überlebt hat, ist wieder mit am Start. Also nicht nur Kiefer Sutherland als Bauer, sondern auch Mary Lynn Rajskub (Chloe), Kim Raver (Audrey) und William Devane als Präsident. Außerdem gibt sich Stephen Fry als britischer Premierminister die Ehre.

Für alle ...:

... denen nach den eher schwachen vorigen beiden Staffeln der ursprünglichen Serie (deren Ende immerhin schon vier Jahre zurückliegt) nicht die Lust an "24" vergangen ist. Die Macher lassen Vorsicht walten - und reduzieren die neue Geschichte auf nur zwölf Folgen und sehen die Sache mit der Echtzeit-Erzählung nicht mehr so eng.

Ab 5. Mai im US-TV.

"Penny Dreadful"

Darum geht's: Im London des viktorianischen Zeitalters treiben Frankenstein und sein Monster, Dorian Grey, Charaktere aus "Dracula" und andere aus gruseligen Literatur-Klassikern bekannte Figuren ihr Unwesen.

Von & mit:

Hinter der Kamera ziehen unter anderem Sam Mendes als Produzent und der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona (der demnächst die "World War Z"-Fortsetzung inszenieren soll) die Strippen. Und davor tummeln sich der etwas in Vergessenheit geratene Josh Hartnett ("Pearl Harbor"), Ex-James Bond Timothy Dalton sowie Eva Green, die aktuell durch "300: Rise of an Empire" wütet.

Für alle ...:

... die sich am Bildschirm gerne gruseln. Denn angesichts der beteiligten Personen rechnen wir eher mit dem Gänsehaut-Faktor von "American Horror Story" oder "The Walking Dead" als mit einer Harmlosigkeit à la "Ripper Street" oder "Grimm".

Ab 11. Mai im US-TV.

"Extant"

Darum geht's: Nach einem Jahr im All kehrt die Astronautin Molly Watts auf die Erde und zu ihrer Familie zurück, doch womöglich ist dort nicht mehr alles so wie vorher.

Von & mit:

Lange Zeit hat Oscar-Gewinnerin Halle Berry ausgeschlossen, in einer Serie mitzuspielen, nun ist sie doch schwach geworden. Ihr zur Seite stehen TV-erfahrene Kollegen wie Goran Visnjic ("Emergency Room"), Josh Malina ("Scandal") oder Meryl Streeps Tochter Grace Gummer. Und als einer der Produzenten zeichnet niemand Geringeres als Steven Spielberg verantwortlich.

Für alle ...:

... die "Akte X" und diese ganz bestimmte Mischung aus Science-Fiction, Mystery und Verschwörungstheorien vermissen. Und natürlich für alle Fans von Berry, die aus dem neuen "X-Men"-Film ja angeblich fast komplett rausgeschnitten wurde und sich im Kino derzeit rar macht. Im übrigen lässt uns das erste Promo-Bild mit dem Ultraschallfoto an Polanskis "Rosemary’s Baby" denken, aus dem in diesem Sommer passenderweise eine Mini-Serie wird.

Ab 9. Juli im US-TV.

"Wayward Pines"

Darum geht's: Ein Agent des Secret Service kommt auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen in das Örtchen Wayward Pines, wo definitiv nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Von & mit:

Im Kino hat Regisseur M. Night Shyamalan zuletzt ziemlichen Mist fabriziert, aber vielleicht bewirkt der Wechsel zur Mattscheibe ja Wunder. Die Sache mit den überraschenden Plot-Twists beherrschte er früher ja meisterlich. Außerdem hat er mit Matt Dillon, Oscar-Gewinnerin Melissa Leo, Terrence Howard, Juliette Lewis und anderen ein echt starkes Ensemble am Start.

Für alle ...:

... die auch manchmal Sehnsucht nach David Lynchs legendärer Serie "Twin Peaks" haben. Denn die stand laut Autor Blake Crouch Pate bei der Entstehung seiner Romanreihe, die wiederum für "Wayward Pines" die Vorlage lieferte.

"The Knick"

Darum geht's: Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfen Ärzte und Schwestern im New Yorker Knickerbocker Hospital um das Leben ihrer Patienten.

Von & mit:

Die Hauptrolle hat Clive Owen übernommen, der im Kino zuletzt kaum für Aufsehen sorgte, als Schauspieler aber trotzdem nicht zu unterschätzen ist. Und inszeniert hat alle zehn Folgen Steven Soderbergh, der noch bei "Liberace" Stein und Bein geschworen hatte, dass er das mit dem Regieführen erst einmal bleiben will. Nicht dass wir uns beklagen würden ...

Für alle ...:

... die seit "Emergency Room" wieder auf eine Krankenhausserie warten, die nicht von Melodrama ("Grey’s Anatomy") oder Zynismus ("Nurse Jackie") geprägt ist, sondern in erster Linie von Blut.

"Better Call Saul"

Darum geht's: Ein Blick auf den Anwaltsalltag von Saul Goodman, bekannt aus Werbespots und Printanzeigen, bevor Walter White zu seinem Mandanten wurde.

Von & mit:

"Breaking Bad"-Macher Vince Gilligan lässt es sich natürlich nicht nehmen, auch dieses Prequel zu seiner Erfolgsserie zu beaufsichtigen. Saul selbst wird wieder von Bob Odenkirk gespielt - und angeblich könnte es sogar Gastauftritte von Bryan Cranston und Aaron Paul geben.

Für alle ...:

... Fans von "Breaking Bad" natürlich. Wobei wir empfehlen, die Euphorie ein wenig zu bremsen. Serien wie "Frasier" oder "Melrose Place", die als Spin-Off begannen und bald erfolgreicher wurden als die Mutterserie, sind eher die Ausnahme. Die Liste der Enttäuschungen ist lang und reicht von "Joey" und "Golden Palace" über "Die einsamen Schützen" und "Angel - Jäger der Finsternis" bis "Die Colbys".

Ab November im US-TV.

"Gracepoint"

Darum geht's: In einer Küstenstadt wird ein Junge tot am Strand gefunden, doch der ermittelnde Polizist ist neu im Ort und stößt trotz seiner lokalen Kollegin auf eine Mauer des Schweigens.

Von & mit:

Die Hauptrolle spielt David Tennant, der die gleiche Funktion schon in der britischen Vorlage inne hatte und ansonsten auch als langjähriger "Doctor Who" bekannt ist. Außerdem gibt's ein Wiedersehen mit Anna Gunn, die als Ehefrau in "Breaking Bad" bekannt wurde. Ach, und Hollywood-Urgestein Nick Nolte ist auch mit von der Partie.

Für alle ...:

... die "Broadchurch", das fantastische Original von 2013, nicht kennen. Denn dem Vernehmen nach spielt sich die Geschichte trotz ihrer Verlagerung in die USA im Remake genau gleich ab. Eine Fortsetzung der britischen Serie ist übrigens fest geplant, abermals mit Tennant an Bord.

"Tooken"

Darum geht's:: Mit viel Mühe gelingt es einer jungen Frau, sich aus einer Weltuntergangs-Sekte zu lösen, doch der Neuanfang im Alltag von New York fällt nicht gerade leicht.

Von & mit:

Die Hauptrolle spielt Ellie Kemper, die einigen aus der US-Version von "The Office" oder auch aus "Brautalarm" bekannt sein dürfte. Noch vielversprechender: Ausgedacht hat sich das alles Tina Fey, die als Autorin und Produzentin verantwortlich zeichnet.

Für alle ...:

... die Feys recht absurden Humor schon in "30 Rock" schon zu schätzen wussten. Denn auch wenn der Plot nicht so klingt: "Tooken" ist eine Sitcom. Genau übrigens wie "Cabot College" mit der Komikerin Margaret Cho, Feys zweites neues Serien-Projekt für den Herbst 2014.

"Gotham"

Darum geht's: Was trieben eigentlich der Pinguin, der Joker und Co., bevor Batman in Gotham City die Straßen sicher machte? Und wie war Bruce Wayne wohl als Jugendlicher?

Von & mit:

Dreh- und Angelpunkt dieser Serie aus dem Hause DC Comics ist Commissioner Gordon. Den spielt Ben McKenzie, den man aus "O.C. California" oder, besser noch, der zu Unrecht ignorierten Cop-Serie "Southland" kennen sollte. Außerdem wurde als Gegenspielerin Jada Pinkett-Smith engagiert.

Für alle ...:

... die nach "Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D." der Meinung sind, dass in Sachen TV-Superhelden noch Luft nach oben ist. Zumal es ja die Zeit zwischen Christian Bales letztem Auftritt als Batman und dem ersten von Ben Affleck zu überbrücken gilt.

"The Strain"

Darum geht's: Dr. Ephraim Goodweather, der Leiter des New Yorker Seuchen-Kontrollamts, ist mit nichts weniger als der Rettung der Menschheit beschäftigt, als plötzlich eine besonders bösartige Form von Vampirismus um sich greift.

Von & mit:

Schöpfer der Serie ist niemand anderes als Grusel-Guru Guillermo del Toro, der nicht nur produziert und die erste Folge inszeniert, sondern auch schon die Roman-Trilogie geschrieben hat, auf der sie basiert. Spannend ist aber auch der Hauptdarsteller, denn schon in der ersten Staffel "House of Cards" hat Corey Stoll bleibenden Eindruck hinterlassen.

Für alle ...:

... die nach "Vampire Diaries", "Twilight" und "True Blood" geglaubt haben, die Untoten seien nur noch auf Freiersfüßen unterwegs. Zumindest klingt es so, als seien del Toros Vampire eher das ultimativ Böse als heiße Sexsymbole.

"Olive Kitteridge"

Darum geht's: Um einen Blick auf das Leben der Titel gebenden Mathelehrerin und die Menschen in ihrem Umfeld in einer Küstenstadt im US-Bundesstaat Maine.

Von & mit:

Die Romanvorlage von Elizabeth Strout wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, Tom Hanks produziert und die Regie hat die Oscar-nominierte Lisa Cholodenko ("The Kids Are All Right") übernommen. Aber der Star ist das Ensemble, zu dem neben Frances McDormand niemand geringeres als Bill Murray gehört.

Für alle ...:

... Fans von "Six Feet Under". Anders als dieser moderne Klassiker in Sachen Familiendramen ist "Olive Kitteridge" allerdings von vornherein nur als Mini-Serie mit fünf Folgen angelegt.

"How I Met Your Dad"

Darum geht's: Eine Frau erzählt ihren Kindern, wie sie deren Vater kennengelernt hat, was sich dem Zuschauer dann in Rückblenden samt Off-Erzählung präsentiert.

Von & mit:

Genau wie der Titel es vermuten lässt, zeichnen hier die "How I Met Your Mother"-Macher Carter Bays und Craig Thomas verantwortlich. Und das weibliche Ted Mosby-Pendant spielt Greta Gerwig, die kürzlich im Kino als "Frances Ha" brillierte.

Für alle ...:

... "How I Met Your Mother"-Fans, ganz gleich ob ihnen das Finale der Serie gefallen hat oder nicht. Aber auch alle anderen können gucken, denn ohne irgendwelche Bezüge zu deren neun Staffeln ist diese neue Sitcom eher Reboot als Spin-Off. Wenn sie denn überhaupt gedreht wird. Noch hat der verantwortliche Sender nämlich nicht mehr bestellt als eine Pilotfolge. Alles andere entscheidet sich erst im Mai.

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