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"Jud Süß - Film ohne Gewissen" Grandiose Schauspieler stoßen an Geschmacksgrenzen


Buh-Rufe begleiteten die Premiere von Oskar Roehlers "Jud Süß - Film ohne Gewissen" auf der Berlinale im Februar. Jetzt kommt der Film in die deutschen Kinos.

Oskar Roehlers Festivalbeitrag "Jud Süß - Film ohne Gewissen" war der Aufreger der diesjährigen Berlinale. Roehler erzählt darin das Schicksal des Schauspielers Ferdinand Marian, den Joseph Goebbels, gespielt von Moritz Bleibtreu, 1939 unbedingt für einen geplanten Propagandfilm gewinnen will.

Marian sperrt sich anfangst, doch für die Schmeicheleien des Propagandaministers ist er durchaus empfänglich. Seine Ehefrau Anna ist dagegen misstrauisch und rät von der Rolle ab.

In "Jud Süß - Film ohne Gewissen" ist zu sehen, wie Ferdinand Marian (Tobias Moretti) - nachdem ihn Goebbels zu der Hauptrolle zwang - in eine moralische und berufliche Krise stürzt, weil er jüdische Freunde und seine Frau eine jüdische Großmutter hat.

Roehler zeigt, wie Marians jüdische Ehefrau Anna (Martina Gedeck) - die in Wirklichkeit keine Jüdin war - sich von ihrem Mann abwendet, weil er sich durch die Gesellschaft der Nazi-Größen zunehmend verändert.

Ferdinand Marian ist 1946 unter nie ganz geklärten Umständen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der Film biegt diese Tatsache in einen Selbstmord um - ein weiterer Punkt, der für Kritik sorgte.

Regisseur Roehler wies bereits vor der Weltpremiere erhobene Vorwürfe der Geschichtsfälschung zurück und betonte, es handele sich um einen Spielfilm. "Wir alle leben von der Interpretation", entgegnete Bleibtreu auf den Vorwurf, dass die Frau des realen Marian Katholikin war und Marians Tod bisher als Unfall und nicht als Selbstmord galt.

"Jud Süß - Film ohne Gewissen" lief im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Der Film stößt teilweise an Geschmacksgrenzen und war bei der Premiere höchst umstritten. Unumstritten ist jedoch die grandiose Leistung der Schauspieler: Aus dem Ensemble ragen Tobias Moretti als Marian, Justus von Dohnányi als Regisseur Veit Harlan sowie Martina Gedeck als Anna Marian heraus. In weiteren Rollen sind Moritz Bleibtreu, Milan Peschel, Armin Rohde, Robert Stadlober und Gudrun Landgrebe zu sehen

Ab dem 23. September ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.


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