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"Love Vegas": Vom Spieltisch an den Traualtar

Blondinen, Blackjack, Blitzehe: Nach einer wilden Nacht erwachen Cameron Diaz und Ashton Kutcher mit drei Millionen Dollar und einer ungewöhnlichen Spielschuld: der Ehe. Der Film "Love Vegas" ist eine überdrehte Hochzeitskomödie, deren Hauptdarsteller einfach nicht zusammenpassen wollen.

Jack und Joy leben in New York. Aber dort sind sich der leichtlebige junge Mann und die attraktive Blondine noch nie begegnet. Nachdem Jack seinen Job und Joy ihren Verlobten verloren hat, trösten sich beide ganz unabhängig voneinander mit einem Wochenende im weit entfernten Vergnügungsparadies Las Vegas. Jack reist in Begleitung seines Freundes Steve, Joy fliegt mit ihrer temperamentvollen Busenfreundin Tipper gen Westen.

In Las Vegas begegnen sich alle vier unter höchst kuriosen Umständen. Bald darauf verbringen Joy und Jack nach heftigem Alkoholgenuss nicht nur die Nacht miteinander, sondern sind am nächsten Tag auch bereits verheiratet.

Ehe auf Bewährung

Doch damit nicht genug, knackt Jack mit einer Münze von Joy den Jackpot eines Spielcasinos und gewinnt eine Riesensumme, die allerdings auch seine Blitzehefrau nicht ganz ohne Recht beansprucht. In New York muss sich nun ein Richter mit einer Ehe, die keiner der Partner will, und von beiden beanspruchten drei Millionen Dollar beschäftigen. Der Mann des Rechts gelangt zu einem Urteil, das von nun an das Zufallspaar zu einem turbulenten Eheleben auf Bewährung zwingt.

Welche Folgen das hat, zeigt die Hollywood-Komödie "Love Vegas". Inszeniert von Tom Vaughan nach einem Drehbuch von Dana Fox, präsentiert der Film in den Hauptrollen Cameron Diaz als Joy und Ashton Kutcher als Jack.

Wer feinsinnige Leinwanderlebnisse bevorzugt, wird bei "Love Vegas" genervt die Vorstellung verlassen. Denn es geht laut, grell und ständig überdreht in der Handlung zu. Der Zuschnitt des 95-minütigen Films zielt eindeutig auf ein recht anspruchsloses jugendliches Massenpublikum. Für Cameron Diaz, die zuletzt in anspruchsvolleren Rollen zu sehen war, ist das ein Rückschritt. Zudem wirkt Diaz etwas zu alt für das ehemalige Calvin-Klein-Model Ashton Kutcher, der recht hemmungslos vor der Kamera agieren darf.

Drehbuch ohne Überraschungen

Der Regisseur lässt an keiner Stelle auf seine britischen Wurzeln schließen - Sinn für ironische oder sarkastische Zwischentöne fehlen seiner Produktion. Und das Drehbuch ist weitgehend überraschungsfrei, denn natürlich kommt alles, wie es kommen muss.

Für einige Lacher ist der Film gewiss gut, für die Moral sorgt die Ansprache des Richters, der als Verfechter traditioneller Werte auftritt. Queen Latifah hat hübsche Auftritte als Psychiaterin. Die dunkelhaarige Lake Bell macht als Joys Freundin Tipper auf größere Aufgaben gespannt. "Love Vegas" nährt ein weiteres Mal die amerikanischen Städtemythen New York und Las Vegas, von denen nur die Schokoladenseiten zu sehen sind. Aber der Film ist ohnehin nur Unterhaltungskino aus der Illusionsfabrik, zum sofortigen, absolut folgenlosen Konsum bestimmt. Wer das mag, wird von diesem Kinobesuch nicht enttäuscht werden.

Wolfgang Hübner/AP / AP