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"Medical Investigation": Achtung, Ansteckungsgefahr!

Mit einer Serie über "die kleinsten Killer der Welt" wartet Pro7 mit einer weiteren US-Serie auf. Die Ermittler von "Medical Investigation" sollen dienstags für kontinuierlichen Quotenerfolg sorgen.

Von Frauke Hansen

"Ein Opfer ist Zufall, bei zwei hat man ein Problem" - so lautet das Motto des mobilen Teams der neuen Krimi-Serie "Medical Investigation". Die Ärzte, Wissenschaftler und Ermittler gehören zum National Institutes of Health (NHI, eine Institution, die die biomedizinische Forschung in den USA überwacht) und sind auf der Suche nach rätselhaften Krankheitserregern, die Großstädte und Menschenansammlungen bedrohen. Sie sind Notfall-Teams - sie werden von der amerikanischen Gesundheitsbehörde alarmiert und suchen im ganzen Land in Laboren, an möglichen Tatorten und im Krankenhaus unter Zeitdruck nach bedrohlichen und ansteckenden Viren und Bakterien. Dramatisch blau angelaufene Patienten, ein Baby, dass unerklärliche Hämatome entwickelt - die Kunden der "Medical Investigation"-Ermittler geben Rätsel auf.

TV-Serien made in USA boomen und bescheren auch den deutschen Sendern ungeahnte Quotenhöhenflüge. Allen voran die zurzeit in den Vereinigten Staaten wohl erfolgreichste Krimi-Serien-Reihe "C.S.I.", die neben der Urbesetzung aus Las Vegas mittlerweile zwei Ableger-Teams und -Serien in Miami und New York hervorbringen konnte. Die Macher der Reihe setzen auf Bildgewalt und detaillierte Kamerastudien von Blutbahnen, Gefäßen und Eingeweiden - mit Erfolg: Die Ermittler können wöchentlich fast 60 Millionen amerikanischer Zuschauer vor dem Fernseher fesseln.

Spurensicherung und Krankenhaus-Drama

"Medical Investigation" schwimmt auf dieser Welle mit, kombiniert das Spurensicherungs-Thema mit einem weiteren Erfolgsrezept: Im Stile von "Emergency Room" spielt die Serie zum Großteil im Krankenhaus. Dramatische Momente sind so vorprogrammiert.

Hauptcharakter in "Medical Investigation" ist Dr. Stephen Connor (Neal McDonoughs), der als Chefarzt das bunte Team leitet und ganz dem typischen Krimiserien-Chef entspricht: launisch, charismatisch und mit einem verkorksten Privatleben behaftet. Zumindest in der ersten Folge bleibt Connor blass und austauschbar. Unterstützt wird Connor durch die engagierte und streitlustige Pathologin und Epidemiologin Dr. Natalie Durant (Kelli Williams), den Toxikologen Frank Powell (Troy Winbush) und den Jungspund Miles McCabe (Christopher Gorham) - eine Teamkonstellation, wie sie dem Zuschauer auch in den "C.S.I."-Serien begegnet. Heraus sticht nur die PR-Agentin Eva Rossi (Anna Belkamp). Mit frechem Sexappeal, Charme und Geschick hält sie die allzu neugierige Presse von den Ermittlungen der NHI fern.

Wettlauf gegen die Zeit

Einziger Unterschied zu "C.S.I.": die Opfer leben (noch) - es geht sprichwörtlich um Leben und Tod. Genau dieser Aspekt macht die Spannung von "Medical Investigation" aus: Den Ermittlern läuft die Zeit davon, sie kämpfen einen ständigen Kampf gegen die Uhr. Mit welchen Erregern haben Connor und seine Kollegen es zu tun, welche Medikamente können helfen - gibt es überhaupt ein Gegenmittel? Und immer geistert eine unangenehme Frage im Hintergrund herum: Könnte der aktuelle Fall ein terroristischer Anschlag gewesen sein?

"Medical Investigation" ist nicht die einzige US-Erfolgsserie, die Pro7 nach Deutschland bringt. Schon mit "Desperate Housewives" hat der Münchner Sender große Quotenerfolge feiern können. Für VOX war der Kauf von "C.S.I." und auch den "Gilmore Girls" ein Segen, die Serien überschreiten regelmäßig den Quotendurchschnitt um das Dreifache. Deutsche Serien hingegen dümpeln im Quotentief, von den Kritiker hoch gelobte Formate wie zum Beispiel die Sat.1-Serie "Bis in die Spitzen" konnten die hohen Erwartungen vor Sendestart nicht erreichen. Die Zuschauer sind durch die aufwändigen US-Produktionen Hochglanzformate gewohnt, eine Serie wie "C.S.I" wird erst durch die teuren Special Effects zum Quotenrenner. Diesen Anspruch können Serien aus deutscher Produktion nicht halten. Deutlich wurde dies an der deutschen RTL-Serie "Verschollen", deren Spezialeffekte nicht an die des Originals "Lost" (läuft bei Pro7) heranreichen konnten. Die Effekte von "Medical Investigation" hingegen können mithalten - bei der gegenwärtigen Pro-Krimi-Stimmung der deutschen Zuschauer ist ein Ansteckungs-Erfolg der Serie garantiert.

Die erste Staffel von "Medical Investigation" startet am 10. Januar um 21.15 Uhr auf Pro7