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58. Berlinale: "Das meiste ist nicht geheim"

Zwölf Jahre lang haben die Arbeiten an Patti Smiths Filmbiografie "Dream of Life" gedauert. Einen Teil ihres Lebens zeigt sie zu diesem Anlass auch in einer Berliner Galerie. Dort hat die "godmother of punk" stern.de auf dem Weg zur Toilette schnell ein paar Fragen beantwortet.

Von Sophie Albers

Einen Tag nach den Rolling Stones hat sich auch Rockurgestein Patti Smith in Berlin präsentiert. Auf der Berlinale läuft "Dream of Life", ein Film über das unglaubliche Leben der US-Musikerin-Malerin-Poetin. Zu diesem Anlass zeigt die Galerie Artmbassy Fotos von Smiths "Objekten des Lebens": Ein Foto ihrer schwarzen Stiefel ist zu sehen, eines von einem Kinderkleid, von der Urne mit der Asche ihres Freundes Robert Mapplethorpe, von einem eingetockneten Pinsel. Die Austellung komplettieren ein Video und Installationen.

Die Punk-Ikone, deren Karriere Anfang der 70er begann, will eigentlich gleich wieder weg, doch hat sie stern.de noch schnell verraten, wie nah ihr der Film eigentlich geht.

Gibt es "Objekte des Lebens", von denen Sie sich nicht trennen würden?

Ich würde keines von davon weggeben.

Aber ist eine Ausstellung, das an die Öffentlichkeit tragen, nicht eine Art des Weggebens?

Nein, das verstehe ich als Teilen. Weil ich sie nicht weggeben kann, kann ich andere Menschen teilhaben lassen. Die Leute sehen sie sowieso: die Schuhe, in denen ich auftrete, die Jacke, die ich seit den 70er Jahren auf Konzerten getragen habe, die Kamera, die ich überall mit hinnehme. Das meiste ist nicht geheim.

Regisseur Sebring hat Sie für "Dream of Life" zwölf Jahre lang mit der Kamera begleitet. Hatten Sie nie Angst, zu viel von sich preiszugeben?

Wenn ich es nicht hätte zeigen wollen, hätte ich es nicht gemacht. Ich bin privat dieselbe Person, die ich auf der Bühne bin, deshalb sehe ich da keinen Unterschied. Meine Kinder wurden immer gefragt, ob sie gefilmt werden möchten. Wenn mein Sohn oder meine Tochter nicht gewollt hätten, hätten wir es rausgenommen. Niemand ist in dem Film, der nicht drin sein wollte.

Warum solch ein Film?

Ich wollte einen Film machen, der das Konzept des Stars entmystifiziert. Ich bin keine Prominente, ich bin eine Arbeiterin, eine Mutter, und ich zeige gerne, dass auch ich eine Mutter und einen Vater hatte, dass ich Kinder habe, dass es mir mal gut und mal schlecht geht, dass ich den Toten Blumen bringe. Ich lebe ein sehr interessantes Leben, aber kein ungewöhnliches. In meinem Leben gibt es die gleichen Dinge wie im Leben anderer Leute. Ich möchte, dass die Leute mich als Mensch kennenlernen.

Haben Sie im Film eine Patti Smith gefunden, von der Sie vorher nichts wussten?

Nein, das bin so ziemlich ich, was man da sieht. [lacht] Es ist ein sehr ehrlicher Film.

"Objects of Life", a multimedia exhibition by Steven Sebring and Patti Smith, Artmbassy, 8. bis 14. Februar