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Besucherflaute in den Lichtspielhäusern Fußball killt Kinos

Nicht nur das Sommerwetter, auch die Fußballweltmeisterschaft machen den Kinobetreibern zu schaffen. Dann hat auch noch die Technik versagt. Aber ein grünes Monster gibt nicht auf.

Während der WM-Spiele von Jogi Löws Jungs ist in Deutschlands Kinosälen so wenig los, dass wohl einige Vorstellungen zu kommenden Spielterminen einfach ausfallen werden. Fußballfreude und das Sommerwetter haben in den vergangenen zweieinhalb Wochen für einen Besucherrückgang von bis zu 50 Prozent im Vergleich zum fußballlosen Vorjahr gesorgt, sagte Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt zu stern.de.

Und nicht nur die Kinobetreiber auch die Filmverleiher passen sich dem kickenden Sommer an: Große Filme wie die Vampir-Schnulze "Eclipse" oder das Fantasiespektakel "Inception" laufen erst an, wenn der Rasen in Südafrika wieder eingerollt ist. So bleibt es dem wackeren Märchenlandverteidiger Shrek überlassen, sich dem Fußball-Wahnsinn zu stellen. Und der grüne Held aus "Für immer Shrek" macht seine Sache ganz gut.

600.000 Zuschauer

Zwar absolvierte der vierte und letzte Teil der Erfolgsreihe mit 400.000 Besuchern den schlechtesten Start unter den "Shrek"-Filmen, doch hat sich die Geschichte über eine monströse Midlife-Crisis angesichts der übermächtigen Gegner Fußball und Sonne verhältnismäßig gut geschlagen. Die Besucherzahlen für die anderen Filme - von "Sex and the City 2" (rund 40.000) bis "Prince of Persia" (unter 30.000) - blieben weit hinter "Shrek" zurück. Immerhin: Mit 600.000 Zuschauern gingen mehr als doppelt so viele Menschen ins Kino wie am Vorwochenende. Aber der Sonntag war ja auch spielfrei.

Insgesamt ist das erste Kinohalbjahr 2010 allerdings eine Enttäuschung: Die Besucherzahlen liegen hinter denen der beiden Vorjahre. Und 2008 war Fußball-EM. Zudem hat bisher kein Film die Drei-Millionengrenze geknackt. Die Erwartungen an "Eclipse" sind mindestens so hoch wie an die deutsche Nationalmannschaft.

Körpereigene Vuvuzelas

Die Hoffnung, Kino und Fußball zu vereinen und den Ball ins Kino zu holen, ist bisher an der "halbgaren Bildqualität" gescheitert. Die Übertragungen in 3D seien einfach noch keinem Zuschauer zumutbar, deshalb habe man sich dagegen entschieden, so Arne Schmidt.

Immerhin "Shrek" kriegt eine kleine Verbindung hin: Der Oger hat körpereigene Vuvuzelas.

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sal

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