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Big Brother: Rausschmiss sorgt für Kontroverse

Der Rausschmiss von Sandra R. bei "Big-Brother" hat einen Streit zwischen dem Sender RTL 2 und der Produktionsfirma Endemol ausgelöst.

Stripperin Sandra, bis zum Donnerstagabend Bewohnerin des Big-Brother-Hauses in Köln, hat eine Kontroverse zwischen dem Privatsender RTL II und der Produktionsfirma Endemol ausgelöst. Die 22-jährige Berlinerin musste auf Wunsch des Senders das kameraüberwachte Haus verlassen - die Produktionsfirma wollte Sandra in der Show behalten und bedauerte die Entscheidung des Senders, wie sie am Freitag mitteilte. Auch das Publikum schien Sandra zu mögen: Bei der wöchentlichen "Wer-verläßt-das-Haus"-Aktion votierten die Zuschauer für ihren 'Container-Kollegen' Sascha, nicht für sie.

"Herzlos-Mutter" machte Schlagzeilen

Wegen Sandra, die in den Boulevardmedien als "Herzlos-Mutter" Schlagzeilen machte, war es zuvor zu einer öffentlichen Auseinandersetzung gekommen: Der Sender hatte am vergangenen Montag einen einstündigen Besuch des Kindes im Container übertragen, was heftige Kritik bei Kirche und Politik hervorgerufen hatte. Bundesministerin Ulla Schmidt und Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier hatten kritisiert, dass die Frau ihren zweijährigen Sohn mit ihrem Aufenthalt im "Big Brother"- Haus im Stich gelassen habe. Die Firma Endemol hatte dagegen betont, dass das Kind bereits seit längerem bei den Großeltern gewohnt habe.

TV-Moderatorin Ruth Moschner verlas in der "Big Brother Show" am Donnerstagabend eine RTL-II-Erklärung, in der es hieß, dass Sandra der Situation, möglicherweise lange ohne ihr Kind zu sein, eventuell nicht gewachsen sei und sich überschätzt habe. "Deshalb haben wir Sandra aus Fürsorge für sie und ihre Familie gebeten, ihren Aufenthalt bei "Big Brother" abzubrechen", hieß es vom Sender.

"Müssen Verantwortung gerecht werden"

"'Big Brother' ist ein Showformat, das unterhalten will", sagte Geschäftsführer Josef Andorfer. "Wenn wir den Eindruck gewinnen, dass durch dieses Format jemand zu Schaden kommen könnte, müssen wir unserer Verantwortung als Sender gerecht werden und die Konsequenzen ziehen. Um künftig derartigen Situationen vorzubeugen, werden ab sofort keine Kandidaten mit Sorgerechtsverpflichtungen bei 'Big Brother' teilnehmen."

Sandra verließ am Donnerstag um 22.10 Uhr unter Tränen das Haus, betreut von einem Psychologen. "Big Brother" werde sie trotzdem mit der Kamera weiter zu Hause begleiten und sie zur nächsten Show einladen, hieß es am Freitag. Ihre Nachrückerin heißt Jennifer, ist 20 Jahre alt und eine Rechtsanwaltfachgehilfin aus Oberhausen.

RTL II zeigt seit dem 1. März die fünfte "Big Brother"-Staffel, die dieses Mal ein Jahr lang dauern soll. Die Teilnehmer wohnen dabei in verschiedenen Gruppen im Container: in einem Survival-Camp, einem Luxus-Bereich und einem durchschnittlich ausgestatteten Wohnbereich.