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Cannes 2003: Das Festival als Weltgipfel des Kinos

Mit Beiträgen aus aller Welt und vielen prominenten Besuchern wollen die 56. Filmfestspiele in Cannes ihre Sonderstellung unter den internationalen Festivals behaupten.

Der Krieg im Irak ist (fast) vorbei, die Lungenseuche SARS (noch) weit weg in Asien: Beste Voraussetzungen also dafür, dass die 56. Filmfestspiele in Cannes wieder zum glamourösen Höhepunkt des Festivaljahres werden. Vom 14. bis zum 25. Mai konkurrieren 20 Beiträge im Wettbewerb um die Goldene Palme. Insgesamt werden in der «Offiziellen Auswahl» von Programmchef Thierry Frémaux 52 Produktionen aus 24 Ländern gezeigt. Hinzu kommen beim «Weltgipfel des Kinos» noch Dutzende von Filmen in unabhängigen Nebenreihen des Festivals und Hunderte von Vorführungen auf dem Internationalen Filmmarkt.

Lars von Trier kommt mit Nicole Kidman

Die Festivaliers erwartet in der Palmenstadt an der französischen Riviera also ein anstrengendes, aber auch attraktives Programm: Drei Jahre nach der Goldenen Palme für «Dancer In The Dark» kommt der dänische Provokateur Lars von Trier mit «Dogville» und der Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman als Star zurück an den Strandboulevard La Croisette.

Der Kino-Veteran Clint Eastwood, mit 72 Jahren ältester Regisseur in der Konkurrenz, zeigt sein Drama «Mystic River» mit Sean Penn, Tim Robbins und Kevin Bacon. Der britische Kinokünstler Peter Greenaway (62) wird mit dem ersten Teil seiner Koffer-Trilogie «The Tulse Luper Suitcase» sicherlich wieder für einiges Rätselraten unter Cineasten sorgen.

Meg Ryan in der Jury

Gesellschaftliche Themen prägen etliche der Beiträge im Wettbewerb, über dessen Gewinner unter anderem auch Hollywood-Star Meg Ryan als Mitglied der Jury unter dem Vorsitz des französischen Regisseurs Patrice Chéreau entscheiden muss. Der Argentinier Hector Babenco («Der Kuss der Spinnenfrau») beschäftigt sich in «Carandiru» mit der Gewalt in Brasiliens größtem und gefährlichstem Gefängnis. Gewalt, aber in amerikanischen High-Schools, ist auch das Thema von «Elephant» in der Regie von Gus Van Sant («Good Will Hunting»). Jüngstes Talent in der Konkurrenz ist die 23 Jahre alte Iranerin Samira Makhmalbaf mit «À Cinq heures de l'après-midi» (Fünf Uhr nachmittags), dem ersten Kinofilm, der nach dem Afghanistan-Krieg in Kabul gedreht wurde.

Wieder keine deutschen Filme vertreten

Deutsche Regisseure sind im Wettbewerb seit 1997 nicht mehr vertreten. Doch seitdem ihnen Dieter Kosslick als Chef der Berlinale jedes Jahr ein großes internationales Festival-Forum bietet, hält sich das Murren über Cannes in Grenzen. In einer Sondervorführung zeigt Wim Wenders seinen neuen Musik-Dokumentarfilm «The Soul of A Man». Nach dem großen Erfolg mit «Buena Vista Social Club» hat er sich auf die Spuren des Blues gegeben. In der Nebenreihe «Un certain regard» ist «September» von Max Färberböck («Aimée und Jaguar») zu sehen, ein Projekt über die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf den Alltag in Deutschland. Außer Konkurrenz steht auch der Österreicher Michael Haneke («Die Klavierspielerin») mit dem Drama «Le temps du loup» (Die Zeit des Wolfes).

Uraufführung von "Matrix Reloaded"

Für gewaltigen Rummel wird gleich nach der Eröffnung des Festivals mit dem neuen französischen Historienfilm «Fanfan la tulipe» die Uraufführung von «Matrix Reloaded» sorgen. Die Fortsetzung des Blockbusters «Matrix» soll in Cannes den globalen Medienkick zum weltweiten Kinostart bekommen - und damit natürlich auch für jene Bilder sorgen, die das bedeutendste Filmfestival braucht: Menschenmassen und Horden von Kameraleuten und Fotografen werden sich um die «Matrix»-Stars Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss und Laurence Fishburne drängen, wenn sie die Stufen zum Palais erklimmen.

Nicole Kidman trifft auf Penelope Cruz

Auf der Gästeliste des turbulenten Star-Karussells an der Côte d'Azur stehen aber auch Oliver Stone und Arnold Schwarzenegger, Lauren Bacall, Charlotte Rampling, Ewan McGregor, James Caan, Monica Bellucci und Toni Collette. Tom Cruise und seine Freundin Penelope Cruz reisen an - und Freunde des Promi-Klatsches erfreuen sich schon jetzt an Spekulationen, ob Nicole Kidman, die Ex-Frau von Cruise, es schafft, dem Paar aus dem Weg zu gehen.

Karin Zintz / DPA