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Internationale Filmfestspiele: Cannes verbannt Netflix-Produktionen aus dem Wettbewerb

2017 konnte Netflix mit der Teilnahme zweier Filme am Filmfestival in Cannes einen weiteren Erfolg feiern, durch die Filmbranche ging jedoch ein Aufschrei. Nach einem Jahr im Wettbewerb wurde der Stremaninganbieter nun wieder von der Côte d’Azur verbannt.

Das Castvon "Okja" erscheint zur Vorstellung des Netflix-Films bei den Filmfestspielen in Cannes 2017 auf dem roten Teppich

Der Haupt-Cast des Netflix-Films "Okja" bei den Filmfestspielen in Cannes 2017

AFP

Ein Platz auf dem Treppchen der erfolgreichsten Streaminganbieter ist Netflix sicher - eine Trophäe aus Cannes rückt dagegen vorerst in die Ferne. Das US-Unternhemen darf ab diesem Jahr nicht mehr am Rennen um die Goldene Palme teilnehmen. Der Festival-Chef Therry Frémaux (57) bestätigte dies gegenüber dem "Hollywood Reporter"

Die Begründung für den Ausschluss: Die Produktionen von Netflix können keinen Kinostart in Frankreich vorweisen. Dies hatte jedoch 2017 zur Voraussetzung gemacht. 

Cannes-Entschluss sorgte 2017 für viel Aufregung

Im vergangenen Jahr ließ das Filmfestival zwei Filme des Streamingdienstes zum Wettbewerb zu und musste dafür viel Kritik einstecken. Netflix präsentierte "Okja" von Regisseur Bong Joon-ho (48) mit Jake Gyllenhaal (37) und Tilda Swinton (57) in den Hauptrollen und "The Merowitz Stories" von Noah Baumbach (48) mit Adam Sandler (51), Ben Stiller (52) und Dustin Hoffman (80).

"Als ich die beiden Filme auswählte, dachte ich, ich könnte überzeugen, sie auch im Kino zu zeigen. Das wurde abgelehnt", wird Frémaux vom "Hollywood Reporter" zitiert. Netflix hatte 2017 versucht, sich die Teilnahme an den Filmfestspielen von Cannes dadurch zu sichern, dass die Filme für weniger als eine Woche ab dem Tag der Online-Veröffentlichung in wenigen französischen Kinos gezeigt wurden. Daraufhin hatte Cannes die Regeln geändert und eingeführt, dass die Teilnahme am Wettbewerb einen Kinostart in Frankreich voraussetzt.

Kino und Internet: "Zwei völlig unterschiedliche Dinge"

Zwar nehme Cannes die Streamingdienste als neue mächtige Filmproduzenten ernst und hinterfrage sich selbst ständig, sagte Frémaux. Aber "die Geschichte des Kinos und die Geschichte des Internets sind zwei völlig unterschiedliche Dinge". Der US-Konzern wäre nach Angaben des Festival-Chefs gern wieder mit anderen Filmen vertreten. "Aber sie verstehen, dass die Unnachgiebigkeit ihres eigenen Geschäftsmodell unserem Modell widerspricht."

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fri / SpotOnNews