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Cannes 2015 - Tag 8: Leo ist da

Ein zugewachsener Leonardo DiCaprio wurde gesichtet. Michael Caine ist und bleibt der Coolste. Und auch Möwen wollen ganz groß rauskommen.

Von Sophie Albers Ben Chamo, Cannes

Ja, das ist Leonardo DiCaprio

Ja, das ist Leonardo DiCaprio

Les News

- Der König is in da House. Zwar wurde Leonardo DiCaprio nur im VIP-Bereich der Chopard-Party Dienstagnacht gesichtet, aber dafür mit Rauschebart, Baskenmüte und Pfeife, schreibt die französische "Grazia". Und die Leute standen Schlange, um ihn zu begrüßen.

- Die Goldenen Palmen liege noch im Safe, da wird schon über Oscars spekuliert: in der Liebesgeschichte "Carol" sind sowohl Cate Blanchett als auch Rooney Mara schwer überzeugend.

- "Mein Vater hätte Cannes nicht gemocht", sagt Chad McQueen, Sohn von Über-Alpha-Male Steve McQueen. Er ist hier, um seinen Film "The Man & Le Mans" vorzustellen. Eine Dokumentation über den Kultfilm "Le Mans".

- Der Kniefall-intensivste Job des Festivals: Abendroben-Ausrichter. Ob Eva Longoria, Petra Nemcova oder Ashwarya Rai, sie alle haben einen Mann dabei, der Schleppe, Kleid oder Rocksaum auf dem roten Teppich fotogen ausrichtet.

Auftritt des Tages:

Michael Caine in "Youth". Der britische Leinwand-Großmeister spielt in einem skurrilen Film über ein Hotel-Altenheim in der Schweiz einen gefeierten Dirigenten im Ruhestand, der sich Konzertwünschen der Queen erwehren muss, mit seinem besten Kumpel Harvey Keitel die Vergangenheit diskutiert und über Miss Universe fantasiert, die dann tatsächlich auch noch vorbeikommt im angegilbten Etablissement. Einen angenehmen Anblick bietet außerdem Paul Dano, der einen frustrierten Hollywoodstar spielt.

Und dann kam Josh Brolin die Treppe hoch - um dann im Keller zu verschwinden. Die "Sicario"-Crew hatte heute Interviewtag, und Brolin, Benicio Del Toro, Emily Blunt und Regisseur Denis Villeneuve waren bester Laune. Auch wenn jeder etwas anderes in dem Drogenkartell-Thriller zu sehen scheint. Für Villeneuve steht übrigens als nächstes die Fortsetzung von "Blade Runner" auf dem Programm, und ja, ihm geht der "Arsch auf Grundeis".

In diesem Labyrinth aus provisorischen Interviewkabinen sitzen Brolin, Del Toro, Blunt und Villeneuve. Und während man bei einem von ihnen sitzt, hört man die anderen reden.

In diesem Labyrinth aus provisorischen Interviewkabinen sitzen Brolin, Del Toro, Blunt und Villeneuve. Und während man bei einem von ihnen sitzt, hört man die anderen reden.

Ein Gesicht in der Menge:

Salomé ist 22 Jahre alt und macht ein Praktikum bei einer privaten Concierge-Agentur.

Erstes Cannes-Festival: "Dieses!"

Cannes-Erlebnis: "Alles ist so aufregend. Und heute Abend ist mein erster roter Teppich, da sehe ich hoffentlich ein paar Stars."

Der Mittwoch war selbst ein Film! Kurz vor acht am Morgen (um 8.30 Uhr beginnt der erste Film) war am Strand beim Palais ein Pärchen zu beobachten, das offenbar die Nacht duchgefeiert hat und nun ein Bad im Meer nahm. Nachdem sie die Abendkleidung wieder angezogen haben, führen sie im Sand einen Balztanz erster Klasse auf. Er zieht sie an sich, sie rennt weg, kommt zurück, er dreht sich weg. Kuss. Jean-Luc Godard wäre glücklich gewesen. Die nächste Filmszene: Auf dem Weg zu den "Sicario"-Interviews ist plötzlich eine Möwe auf die Croisette niedergestoßen, um eine nichtsahnende Taube zu attackieren und vor aller Augen auseinanderzunehmen.

Und damit der Tag nicht so brutal endet, hat mir Pete Docter, der Regisseur des neuen Pixar/Disney-Gute-Laune-Pakets "Inside Out" einen eigenen Cannes-Wüterich gemalt. Merci!