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Deneuve und Depardieu im Interview: "Kein Sex, verstehen Sie?"

Der neue "Asterix und Obelix"-Film hat Catherine Deneuve und Gérard Depardieu zusammengeführt. Ein Gespräch übers Rauchen, kleine Schauspieler und wahre Liebe.

Von Jochen Siemens

In der Luft hängt ein dünner Nebel. Auf dem Tisch steht ein großer Aschenbecher, halbvoll mit weissen Filtern abgerauchter Lady-Zigaretten. Die Packung liegt daneben und auch ein halbvolles Päckchen Gitanes ohne Filter. Viele Gläser und Flaschen, meistens mit Wasser, aber genau weiß man es nicht. Es hat etwas Museales, etwas von Zeitreise in diesem Zimmer an diesem Nachmittag in Berlin. Hier ist nichts politisch korrekt, gesund oder von der Vorsicht gebremst, seine Worte an der Leine zu halten. Irgendwo im Nebel sitzt Catherine Deneuve kerzengerade auf der Couch, und neben ihr fläzt sich Gérard Depardieu wie ein schief am Abhang hängender Fels, der jeden Moment zu Boden gehen kann. Eben hat er noch jemandem irgendetwas von einer Erektion hintergerufen. Gerufen ist gut, Depardieu kann vor Lachen so brüllen, dass die Türen zittern. Aber nun hängt er wieder am Abhang der Couch, die nächste Gitanes ohne Filter, für Deneuve die nächste dünne Weiße.

Fünfmal hätten sie ihn aufgemacht, sagt Depardieu. Sie, die Ärzte. Fünf Bypässe gelegt, und jedesmal gemahnt, nie wieder zu rauchen. Aber was sollte er machen, 30 Kilo habe er dann zugenommen. Das ist zuviel, selbst für einen Fels wie ihn. Also wieder rauchen. Diät kann er nicht, sagt er. Sagt? Brummt eher, und auch wenn er mitteilt, man könne ruhig Englisch sprechen - "pas de problème" -, bleibt er zweigleisig. Catherine Deneuve, getönte Brille, ausgeruht höflich und freundlich, übersetzt, wenn er nach zwei englischen Wörtern wieder in französische Satztiefen abtaucht.

Deneuve und Depardieu, diese Denkmäler des franzöischen Kinos, haben etliche Filme zusammen gedreht, zuletzt den großartigen "Das Schmuckstück" und nun "Asterix&Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät". Deneuve als englische Queen, Depardieu, zum vierten Mal, als Obelix.

Monsieur Depardieu, wenn man Ihnen als Obelix zuschaut, könnte man meinen, Sie würden gern Obelix bleiben.
Ja, ich bin mehr und mehr Obelix. Er hat einen guten Charakter, besonders in diesem Film. Er überlegt, er beobachtet, und wenn nichts mehr geht, haut er eben zu. Ich mag die Welt zur Zeit nicht besonders. Ich würde sie gern so sehen, wie Obelix sie sieht.

Sehen Sie die Welt optimistischer, Madame Deneuve?


Ich bin keine Optimistin, aber ich denke anders als Gérard. Er kennt viele Menschen, trifft sich mit ihnen, aber dann zieht er sich wieder vollständig zurück. Ich bin bodenständiger. Ich liebe mein Haus und meine Familie. Gérard ist immer unterwegs. Ich glaube, seine Beziehungen zu Menschen sind ihm nicht so wichtig.

Depardieu: Ich liebe das Leben, aber ich liebe nicht die Menschen. Und wissen Sie, Catherine ist eine Frau, die viel strenger und stärker denkt, als ein Mann es je schaffen kann. Ich bewundere sie sehr.

Sie haben etliche Filme zusammen gedreht, Sie gelten als das Paar des französischen Kinos. Gibt es etwas, was sie voneinander nicht wissen?


Deneuve: Na, das hoffe ich doch! Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu Gérard, aber meine Neugier hört auf, wenn es sehr persönlich wird. Ich mische mich nicht in seine privaten Angelegenheiten ein. Allerdings merke ich immer wieder, dass ich ihn besser kenne, als ich denke.
Depardieu: Ich glaube, uns verbindet wahre Liebe. Kein Sex, verstehen Sie? Wir haben immer wieder das Verlangen, zusammen zu sein.
Deneuve: Mein Verlangen mit Gérard zu arbeiten, wird nie, nie aufhören, weil er mich immer wieder überrascht. Jetzt bei "Asterix" waren wir nur zehn Tage zusammen am Set, und ich dachte, ich kenne Gérard dort am besten. Aber dann hat er mich mit seiner Obelix-Stimme so überrascht! Eine Stimme, die mit einem Wort alles erzählen kann.

Asterix ist auch ein Film für Kinder. War das neu für Sie?


Deneuve: Es war wunderbar. Ich habe den Film gerade in einer Vorstellung mit Kindern gesehen. Es ist ein ganz anderes, ehrlicheres Lachen.

Monsieur Depardieu, Sie waren 13 als in Frankreich der erste "Asterix"-Band erschien. Wie war Ihre Kindheit damals?


Ich hatte eine großartige Kindheit, weil ich sie mir selbst zusammengeträumt habe. Niemand hat mir etwas dazugegeben. Und ich war auch nie ein Teenager. Ich habe mit zwölf die Schule verlassen. Niemand wollte mich, nicht einmal die Kirche. Es hat Jahre gedauert, bis ich verstanden habe, das alles nachzuholen. In meinen Filmen habe ich das alles nachgespielt, meine Kindheit, das mittlere Alter, die Revolutionen - und eben auch "Asterix".
Deneuve: Wissen Sie, wir beide kommen noch aus einer anderen, alten Zeit des Kinos. Wir hatten das Glück, die 30 wundervollen Jahren des europäischen Kinos zu erleben. Und wir hatten das Glück, mit großartigen Regisseuren zu arbeiten. Ich möchte heute keine junge Schauspielerin mehr sein.
Depardieu: Die jungen Schauspieler sind heute alle zu klein. Deneuve: Gérard, die Filme sind auch klein. Depardieu: Es gibt doch heute keine Stars mehr. Batman und dieser andere, der mit den Beinen, na, wie heißt der noch?

Spiderman?


Depardieu: Genau der. Das sind keine Stars, das interessiert doch niemanden mehr. Wir wollen berührt sein, Kino soll mich bewegen!
Deneuve: Zu unserer Zeit war das Kino noch eine eigene Welt. Heute muss es in Konkurrenz mit dem Fernsehen leben.
Depardieu: ...und das ist viel besser als das Kino heute. Ich schau mir nur noch TV-Serien an. Wunderbar! "24", kennen Sie das?
Deneuve: Gérard ist besessen davon, in jeder Drehpause ist er in seinem Wohnwagen verschwunden und hat "24" geschaut.

Wenn die alte Zeit so großartig war, schauen Sie sich ihre alten Filme manchmal an?


Deneuve: Nein.
Depardieu: Niemals, ich weiss gar nicht, bei welchem von den Hundert ich anfangen sollte. Und warum?

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