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Striesow über "Ich bin dann mal weg!: "Hape Kerkeling hat mich überfordert"

Genau zu Weihnachten kommt die Bestseller-Verfilmung "Ich bin dann mal weg" in die Kinos. Devid Striesow spielt Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg. Er hat mit dem stern über dreckige, anstrengende und wunderschöne Szenen gesprochen.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Devid Striesow spielt Hape Kerkeling

Das erste Casting hat er abgesagt: Devid Striesow spielt Hape Kerkeling

Das Casting: "Das erste Mal habe ich abgesagt! Nachdem ich das Buch gelesen habe, gleich als es herausgekommen ist, wollte ich Hape Kerkeling wirklich gern spielen. Aber in dem Moment war ich völlig überfordert. Dieser Mann ist in dem, was er tut, einfach genial! Das kann man nicht nachspielen. Zu meinem Glück wurde der Film dann erstmal doch nicht gemacht. Ein Jahr später kam eine erneute Anfrage, und da war es mir zu doof noch mal abzusagen. Denn ich wollte ihn ja spielen!"

Die Maske: "Die Maskenproben waren sehr intensiv! Hape hat ja eine Entwicklung durchgemacht: vom übergewichtigen, unsportlichen, kettenrauchenden, überarbeiteten Entertainer, der zusammenbricht, ins Spital kommt und dann beginnt, sein Leben neu zu ordnen. Dieses Übergewicht am Körper und im Gesicht, das war schon hart. Ich habe für die Rolle zehn Kilo zugenommen. Der Rest bleibt ein Geheimnis."

Das Schwierigste am Charakter Hape Kerkeling: "Es gibt den Entertainer Hape Kerkeling, und es gibt den stillen Menschen. Diese Momente waren meine Aufgabe. Seine Zustände, wenn er den Weg geht. Ich kann nur hoffen, dass ich ihm nahe gekommen bin. Ich konnte und wollte nichts kopieren, ich konnte nur mich selbst geben. Sonst wäre es nicht authentisch geworden."

Die schönste Szene: "Jeden Tag diese Landschaft zu sehen: Wüste, uralte Städte, Wälder, Berge, Weizenfelder. Das war unglaublich schön!"

Die anstrengendste Szene: "Als ich mit dem Gesicht in den Matsch fallen musste. Du weißt nicht, wo du da reinfällst. Die Requisite hat natürlich gesagt, sie hätten alles fein durchgesiebt, da sei kein Stein drin. Aber weiß man das?" 

Die schlimmste Szene: "Bei einem guten Buch gibt es keine schlimmen Szenen. Schlimm wäre es, in einer riesigen Gruppe von Orks nach 18 Stunden in der Maske in einer einzigen Einstellung kurz zu brüllen. Unerkannt ist schlimm. Insofern: keine schlimmen Szenen."


Die schwierigste Szene: "Das war der Nachdreh. Gerade hatte ich alles wieder abgehungert, da musste ich es wieder anfressen. Sonst hätten wir die Maske nicht mehr gebrauchen können."

Die dreckigste Szene: "Als ich die Kakerlake in der Hand halte. Das war gar nicht so schlimm, aber die war auf jeden Fall echt. Ich werde nie ins Dschungelcamp gehen, egal, wie wenig ich verdiene. Aber diese Erfahrung hat mich daran erinnert."

Weil man als Schauspieler häufig mit den großen Fragen konfrontiert wird, beschäftigt man sich auch privat mehr damit? "Entweder man denkt als Mensch öfter über das Leben und den Tod nach und reflektiert - oder eben nicht. Das hat mit der Persönlichkeit zu tun, weniger mit dem Beruf."

"Ich bin dann mal weg"-Selfie: Karoline Schuch, Devid Striesow und Martina Gedeck

"Ich bin dann mal weg"-Selfie: Karoline Schuch, Devid Striesow und Martina Gedeck