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Interview

Inferno-Star Felicity Jones: "Tom macht es einem sehr leicht"

Die Schauspielerin Felicity Jones verrät beim Interview in Berlin, warum ihr Sienna Brooks ein bisschen ähnelt und wie es so ist, mit dem großen Tom Hanks zu spielen.

Felicity Jones alias Sienna Brooks bei ihrem Interviewtag in Berlin

Felicity Jones alias Sienna Brooks bei ihrem Interviewtag in Berlin

"Ach ja, Florenz – das war ganz schön viel Herumgerenne", begrüßt Felicity Jones am Interviewtag, eineinhalb Jahre nachdem das Team von "Inferno" drei Wochen unter anderem in der italienischen Stadt gastierte. Vom Dreh und Jones selbst sah man damals eher wenig, ihre Aufgabe bestand darin, gemeinsam mit Tom Hanks eine Treppe hinabzuhechten, einmal, zweimal, dreimal. Und das im Hosenanzug, mit High Heels, bei 35 Grad. In Dan Browns dritter Romanverfilmung spielt Jones die Notärztin Sienna Brooks, die Robert Langdon (Hanks) wegen einer Amnesie in einem florentinischen Krankenhaus behandelt und anschließend mit ihm auf Jagd geht, ein Virus zu finden, das die halbe Menschheit dezimieren soll. Zur Vorbereitung, so erzählte Jones damals am Set, sei sie mit einer Notärztin mitgelaufen, um den Beruf besser zu verstehen. Zum Interviewtag in Berlin trägt sie einen cremefarbenen Rolli und ein schwarzes Kleid, sie antwortet eher zögerlich.

Ms Jones, Das ist ganz schön großes Jahr für Sie: Am Donnerstag kommt "Inferno" in die Kinos, "A Monster Calls" gilt schon jetzt als Oscarfavorit – und im Dezember läuft auch noch "Star Wars- Rogue One" an, in der sie die weibliche Heldin Yen spielen. Das Drehjahr 2015 war vermutlich recht stressig für Sie. Ich habe gelesen, Sie mussten vom "Inferno"-Set direkt nach Jordanien fliegen.

Ja, die ersten Szenen für "Rogue One" waren in Wadi Rum in Jordanien, was wirklich ein scharfer Wechsel von Budapest aus war. Aber das liegt eben in der Natur des Jobs – du weißt nie, wo du als nächstes sein wirst. Du musst das immer wertschätzen: hoffentlich gute Arbeit zu machen – und überhaupt zu arbeiten. Für viele Schauspieler ist es ein großer Kampf und sie sind überhaupt gar nicht in konstant beschäftigt, also machst du das Beste draus. Du arbeitest sehr hart und respektierst die Leute um dich herum.

Star Wars Rogue One Trailer

Springen wir mal ein bisschen zurück, zu den Anfängen von "Inferno". Wie kamen Sie und Ihr Charakter Sienna Brooks sich denn näher?

Da war natürlich das Drehbuch mit so vielen starken Charakteren, die alle eine gewisse Komplexität haben. Natürlich wusste ich auch, dass Ron Howard ein ganz toller Regisseur ist, aber kurz bevor ich ihn getroffen hab, ist sein Film "Rush" herausgekommen - den hab ich wirklich geliebt. So war ich ziemlich ehrgeizig als ich ihn zum ersten Mal getroffen habe. Zum Glück hat es direkt klick gemacht. Er wollte "Inferno" wie einen Ensemblefilm wirken lassen und das gab mir das Gefühl ich könne sehr viel arbeiten mit der Figur Sienna. Ihre ganzen Schichten haben mich sehr hineingezogen.

Sie haben mal gesagt, dass Sie sehr schnell regelrecht besessen sind von ihren Rollen, und sich selbst eine ganze Hintergrundgeschichte zurechtlegen. Sienna Brooks gab es schon im Buch und dann noch einmal im Skript. Hat es das schwerer gemacht, selbst tief einzutauchen in Rolle?

Ich fand das Buch hat es noch leichter gemacht, weil du darin die ganze Hintergrundgeschichte des Charakters ja schon aufgezeichnet hast. Es gibt da diese ganzen wunderbaren Details über Sienna, zum Beispiel dass sie eine gute Schachspielerin ist und als Kind sogar eine Meisterschaft gewonnen hat. Sie ist ein sehr ungewöhnlicher Charakter als junges Mädchen gewesen, es gab also ganz viel das ich nutzen konnte, um sie als Erwachsene zu spielen. Normalerweise ist meine Herangehensweise sehr akademisch, ich habe ja Geschichte und Literatur an der Uni studiert und so macht mich alles was mit Büchern zu tun hat sehr glücklich. Hier konnte ich automatisch immer zum Buch zurückkommen.

Also war es auch das nerdige von Brooks, mit dem Sie sich identifizieren konnten?

Ohne Frage, ja. (lacht). Das kam mir jetzt sehr leicht von den Lippen. Sie ist eben jemand, der sich sehr schnell über Dinge den Kopf zerbricht und zu viel nachdenkt. Da war nicht allzu viel Schauspielerei gefordert.

Sie schauspielern seit Kindertagen. Ist es trotzdem noch einschüchternd für Sie mit jemandem wie Tom Hanks zu arbeiten?

Sobald du mit einem Film anfängst, gibt es so viel zu tun. Du musst um 6 Uhr morgens am Set sein, alles ist sehr getaktet: Wann musst du in der Maske sein? Wann in der ersten Szene? Alle ändern ständig ihren Fokus. Das nimmt dir die ganze Nervosität weg. Und Tom und Ron sind einfach so gut in dem was sie tun. Sie sind fundamental interessiert an guten Geschichten. Wenn Sie mal auf Tom Hanks' Karriere gucken – bei wirklich jeder Rolle merkt man, dass ihm nicht nur sein Part wichtig ist sondern die ganze Geschichte. Weil er ein Teil davon ist, sie in die Welt zu bringen. 

Stimmt es, dass Sie vor dem Dreh noch mal einige seiner Filme angesehen haben? Also doch ein bisschen Bammel?

Nein, das war nur zum Vergnügen und ich liebe einfach Meg Ryan und finde, dass sie wirklich nicht mehr oft genug auf den Bildschirmen ist. Ich hoffe, dass sie zurückkommt! Und Tom, ja, der macht es einem immer sehr leicht. Er schafft es wirklich, dass jede Zeile funktioniert. Du kannst ihm sagen, was er sagen soll und es klingt immer total natürlich und geistreich. 

val