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FILM: Ufa-Legende Winnie Markus tot

Die Schauspielerin Winnie Markus verstarb nach einem Bericht der »Bild am Sonntag« in der Nacht zum Samstag 80-jährig in einem Münchener Krankenhaus.

Die Schauspielerin und Ufa-Legende Winnie Markus ist nach Angaben der »Bild am Sonntag« im Alter von 80 Jahren in München gestorben. Die in Prag geborene Markus gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Nachkriegsfilms und feierte zusammen mit O. W. Fischer, Curd Jürgens und Rudolf Prack große Erfolge. Unter Berufung auf einen behandelnden Arzt der Münchner Privatklinik Josephinum schreibt die Zeitung, dass Markus an den Folgen einer jahrelangen Tablettensucht in der Nacht zum Samstag verstorben ist. Von der Klinik war am Samstag keine Stellungnahme zu erhalten.

Streitbare Dame

»Du bist doch noch so jung«, schwärmte Schauspiel-Legende Johannes Heesters noch im vergangenen Mai anlässlich des 80. Geburtstags der 'Grande Dame'. Im Berliner Volkstheater war Winnie Markus in dem Zweipersonenstück »Zyanid um Fünf« von Pavel Kohout noch einmal aufgetreten - und hatte dabei auch gleich ihren Geburtstag mit Freunden und Kollegen gefeiert. Noch im vergangenen November mahnte die Mimin in einem Offenen Brief, die Hauptstadt Berlin blamiere sich »in ganz Deutschland durch die ständigen Schließungen von Theatern«.

Frühe Erfolge

Mit einer einzigartigen Mischung von bürgerlicher Sittenstrenge und weiblichem Charme zog die blonde Schauspielerin über Jahrzehnte hinweg das Publikum in ihren Bann. Bereits im Alter von 18 Jahren wurde sie entdeckt. Nach ihrem Abschluss am Max-Reinhardt-Seminar in Wien 1939 und ihrem Debüt als Elfe in Shakespeares »Sommernachtstraum« am bürgerlichen Theater in der Josefstadt in Wien stand sie in »Mutterliebe« zum ersten Mal vor der Kamera. Noch im gleichen Jahr spielte sie ihre erste Hauptrolle in »Brand im Ozean«. Bis 1945 drehte sie bei der Ufa 25 Filme wie »Die Geierwally«, »Brüderlein fein« und »Wen die Götter lieben«.

Auch Nachkriegsstar

Auch in reiferen Jahren nach dem Krieg konnte sie sich auf der Leinwand behaupten und übernahm Hauptrollen in rund 30 Filmen, unter anderem »Morituri«, »Teufel in Seide«, »Kronprinz Rudolfs letzte Liebe« oder »Hoch klingt der Radetzkymarsch«. Auch auf den Bühnen in Berlin und München war Markus ein oft gefeierter Gast.

Nach ihrer zweiten Heirat mit dem bayerischen Unternehmer Adolf 'Adi' Vogel 1960 zog sich die beliebte Schauspielerin von Bühne und Kamera zurück. Schicksalsschläge wie der tödliche Verkehrsunfall ihres Sohnes Alexander aus erster Ehe mit Heinz Zellermayer 1982 machten ihr im Privatleben zu schaffen.

Bühnencomeback in den 80ern

In den 80er Jahren startete sie dann jedoch ein umjubeltes Comeback auf der Bühne und vor allem im Fernsehen. Unter anderem war sie in der Vorabendserie »Zwei Münchner in Hamburg« und in »Ihre Exzellenz, die Botschafterin« zu sehen. 1986 erhielt Winnie Markus für ihre Verdienste um den deutschen Film das Filmband in Gold und 1988 das Bundesverdienstkreuz.

Michael Fox