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Filmfestival in Cannes: Regisseur Mike Leigh verbindet Trauer mit Humor

Trauer und Humor - das gehört für den britischen Regisseur Mike Leigh in seinen Filmen eng zusammen. "Das Leben ist komisch und tragisch, es ist tiefgründig und lächerlich, es ist traurig und fröhlich - so ist es einfach", sagte der 67-Jährige am Sonntag beim Filmfestival in Cannes in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medien.

Trauer und Humor - das gehört für den britischen Regisseur Mike Leigh in seinen Filmen eng zusammen. "Das Leben ist komisch und tragisch, es ist tiefgründig und lächerlich, es ist traurig und fröhlich - so ist es einfach", sagte der 67-Jährige am Sonntag beim Filmfestival in Cannes in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medien. Daher sei Humor in seinen Filmen auch trotz der Probleme seiner Protagonisten immer ein wichtiger Aspekt.

"Die Probleme, die die Charaktere haben, ist eine Ebene. Aber von unserer Ebene als Zuschauer gesehen, ist auch immer Humor involviert", sagte Leigh. Humor sei jedoch nichts, dass er bewusst einsetze. Es passiere natürlich, von ganz alleine. "Man kann nicht lustig sein, ohne dass es zugleich eine ernste Ebene gibt - und es gibt keine Tragödie ohne Witz."

Bei den Filmfestspielen in Cannes läuft Leighs aktuelles Werk "Another Year" im Wettbewerb. Darin erzählt er von dem Leben eines Paares und seinen Freunden innerhalb eines Jahres - mit den fröhlichen Erlebnissen, aber auch äußerst schmerzlich-melancholischen Elementen. "Ich wollte alle möglichen Leute zeigen", erklärte der vielfach ausgezeichnete Regisseur. "Da sind Menschen drunter, denen es gut geht, aber eben auch die mit einem verkorksten Leben."

Dass seine Filme wie "Happy-Go-Lucky" oder "Lügen und Geheimnisse" häufig in der Mittelschicht spielen, liege zum einen daran, dass er selber aus der Welt der Arbeiter- und Mittelschicht komme. "Ich hatte zwar auch immer wieder mal etwas mit der Oberschicht zu tun, aber da kenne ich mich nicht so gut aus. Mein natürlicher Lebensraum ist daher die Arbeiter- und Mittelklasse", sagte Leigh. "Als Filmemacher - der keine autobiografischen Filme macht - habe ich aber auch eine Verantwortung. Eine Verantwortung, mir die Welt anzuschauen wie sie ist und über die Menschen zu erzählen, die in ihr leben. Alles, was ich tue, ist, der Welt einen Spiegel vorzuhalten."

DPA / DPA
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