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Eröffnung der 62. Berlinale: Kurz lebe die Königin

Diane Kruger zeigt im Historiendrama "Lebewohl, meine Königin", was sie kann, und Sharukh Khan macht seine Fans glücklich. Die 62. Berlinale ist eröffnet, und stern.de ist mittendrin.

Von Sophie Albers, Berlin

Energiepunkte: 800.000

Status Update:

im Berlinale-Palast, wo gerade der Eröffnungsfilm "Lebewohl, meine Königin" läuft, auf die Party - und das Essen - warten. Film nicht umwerfend, aber einer, über den man noch länger nachdenkt. Denn es geht um den Mob, der zu Beginn der Französischen Revolution darauf wartet, Versailles zu stürmen. Der Zuschauer sitzt mit Marie-Antoinette (Diane Kruger) und Hofdame Sidonie (Léa Seydoux) im Schloss.

Like des Tages:

"Don 2", weil Shahrukh Khan es schafft, James Bond und dessen übelste Feinde in seinem smarten Schurken Don zu vereinen. Sein zuweilen Johnny-Depp'scher Megabösewicht ist so überdreht, dass es schon wieder Spaß macht - trotz Bollywood-Überlänge und Gesangseinlagen. Außerdem gibt es 1-A-Verfolgungsjagden durch Berlin!

Filmmoment des Tages:

Wenn die Schurken, die noch mieser sind als Don, irgendwie Ähnlichkeit mit Josef Ackermann und Anshu Jain haben

Sichtung des Tages:

Die coolste Jury, die das Festival je hatte: Mike Leigh (Filmemacher: "Happy-Go-Lucky"), Charlotte Gainsbourg (Schauspielerin: "Antichrist" und Sängerin), Francois Ozon (Regisseur: "Das Schmuckstück"), Jake Gyllenhaal (Schauspieler: "Source Code"), Barbara Sukowa (Schauspielerin: "Berlin Alexanderplatz" und Sängerin), Anton Corbijn (Fotograf und Regisseur: "Control"), Asghar Farhadi (Regisseur: Oscar-Kandidat "A Separation" und Boualem Sansal (algerischer Autor, der den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewonnen hat). Waren zwar etwas müde heute morgen, aber bei der Eröffnungsgala bester Laune, als Moderatorin Anke Engelke fröhlich mit Gyllenhaal flirtete

Zitat der Tages:

"Man geht zu seiner eigenen Premiere!" Gezwinkerte Antwort der Organisatoren auf die Frage, warum Angelina Jolie nicht zur Eröffnung kommt, obwohl sie doch schon mit allen Kindern im Adlon logiert. Brad kommt angeblich nach, damit er am Samstag neben ihr auf dem roten Teppich strahlen kann, wenn sie ihr Regiedebüt "The Land of Milk and Honey" vorstellt.

News des Tages:

Ja, Shahrukh Khan kommt doch, nachdem es erst hieß, eine fiese Erkältung halte ihn vom Berlinbesuch ab. Aber etwas mehr Kino geht auch: Ralph Fiennes und Kristin Scott Thomas werden 16 Jahre nach ihrem legendären Auftritt in "Der Englische Patient" wieder zusammen drehen: "The invisible Woman" heißt das Kostümdrama über eine Liebschaft von Charles Dickens. Küssen wird Fiennes (49) aber eine Jüngere (Felicity Jones, 28) - wie im richtigen Leben eben

Zahl des Tages:

129 Jahre und - zu besten Zeiten - angeblich 255 Zentimeter Brustumfang stehen vor der Kamera, wenn Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger gemeinsam "The Tomb" drehen werden. Es geht um einen Gefängnisausbruch

Wiedersehen mit...:

Paris Hilton. Sie spielt in "American Breakdown" sogar neben "The Sopranos"-Gott James Gandolfini. Allerdings ist der Film schon von 2008 und erscheint jetzt erst auf DVD.

Gesicht, das man sich merken muss:

Léa Seydoux. Auch wenn Diane Kruger in "Lebewohl, meine Königin" richtig gut ist, spielt die Französin sie an die Wand. Schon im neuen "Mission Impossible" (Nummer vier) war sie eine gekonnt fiese Killerin. Und in "Midnight in Paris" durfte sie fürs Happyend sorgen.

Was die Berlinale nicht braucht:

Schlechte Stimmung in den ersten Minuten. Auf der Pressekonferenz der Jury am Donnerstagmorgen wurde Jake Gyllenhaal mit der Frage begrüßt, wie er sich als Außenseiter (weil Spross Hollywoods) in dieser Jury (weil so anspruchsvoll) fühle. Präsident Leigh sprang ihm mit vollendeter Coolness sofort zur Seite: "Wir sind alle Kameraden! Niemand ist hier Außenseiter, weil wir nichts erwarten und für alles offen sind!" Weitermachen!