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Filmfestspiele: Omar Sharif für Lebenswerk ausgezeichnet

Sichtlich gerührt hat der legendäre Schauspieler Omar Sharif den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk entgegen genommen.

Das begeisterte Publikum amüsierte er bei der Verleihung mit Geschichten über seine Mutter. Diese habe ihn auf eine englische Schule geschickt, auf dass "die schlechte englische Küche" ihm beim Abnehmen helfe. "Wenn ich noch immer dick wäre und nicht Englisch sprechen könnte, wäre ich heute nicht hier", sagte der gebürtige Ägypter, der in den 60er Jahren mit Filmen wie "Lawrence von Arabien" und "Doktor Schiwago" weltberühmt wurde. Den begehrten Preis übergab ihm sein junger Filmpartner Pierre Boulanger, der in "Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran" (Herr Ibrahim und die Blumen des Korans) einen jüdischen Jungen spielt.

Der Film, der in Venedig seine Premiere feierte, sei ein Comeback für ihn, sagte Sharif vor der Preisverleihung. In letzter Zeit war es ruhig um den Schauspieler geworden. "In den vergangenen 25 Jahren habe ich nichts Anständiges mehr gemacht", sagte Sharif. Sein neuer Film fand bei den Kritikern so viel Lob, dass manche ihn bereits als Oscar-Anwärter sahen. Sharif selbst äußerte sich eher bescheiden über den Film: "Das einzige, was ich mir wünsche, ist, dass die Leute ein wenig glücklicher und freundlicher sind, wenn sie (aus dem Kino) herauskommen."

Sharif spielt im Paris der 60er Jahre den moslemischen Händler Ibrahim, der sich mit einem armen jüdischen Jungen anfreundet. Als dieser von seinem Vater im Stich gelassen wird, adoptiert Ibrahim ihn. Gemeinsam reisen die beiden in einem roten Sportwagen in die Türkei.

"Dies ist mein 50. Jahr als professioneller Schauspieler. Das allein ist eine Auszeichnung wert, 50 Jahre zu überleben", sagte der Schauspieler mit dem silberfarbenen Haar und Vollbart, der während der Pressekonferenz behände zwischen Englisch, Französisch und Italienisch wechselte. Als er die Rolle des Herrn Ibrahim übernommen habe, habe er nicht nach Arbeit Ausschau gehalten. "Aber es ist ein übernatürliches Drehbuch."

Sharif sei ein Symbol für religiösen Dialog, sagte Festivaldirektor Moritz de Hadeln, der bewusst mehrere Filme über die islamische Welt und den Nahostkonflikt ins Programm genommen hat.

Der 1932 in Alexandria mit dem Namen Michael Shalhoub geborene Scharif hat in mehr als 70 Filmen mitgespielt. Zuletzt geriet er in die Schlagzeilen, weil er in einem Kasino einen Polizisten geschlagen haben soll. Wegen des Vorfalls wurde er zu einem Monat Haft auf Bewährung verurteilt

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