HOME

FILMPREIS: Festival am Lido

In Venedig begann das 58. Festival am Lido, bei dem Altstar Eric Rohmer der Goldene Löwe verliehen wird.

Wenn in diesem Jahr das 58. Festival am Lido eröffnet wird, ist es immerhin schon das dritte Mal, dass in Venedig kein deutscher Regisseur im Wettbewerb ist. Zwar ist in diesem Jahr sogar Altmeister Werner Herzog mit seinem Film »Invincible« am Start - leider nur in der Nebenkategorie »Gegenwartskino«.

Den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhält der Altstar des französischen Films, der 81-jährige Eric Rohmer.

Mehrfach war das Festival am Lido, nach Berlin und Cannes, das weltweit wichtigste, in den vergangenen Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, eher mittelmäßige Streifen im Wettbewerb zu haben. Und auch diesmal sind die ganz großen Namen außerhalb der Konkurrenz zu sehen.

Dass Woody Allen einen neuen Streifen vorstellt, ist schon eine Art Tradition geworden: »The Curse of the Jade Scorpion« mit Woody Allen, Dan Akroyd und Helen Hunt.

Ebenfalls außer Konkurrenz laufen Steven Spielbergs »A.T. Artificial Intelligence« mit Jude Law und William Hurt sowie der Streifen »Dust« von Milcho Manchevski aus Skopje (Mazedonien).

Im »Kino der Gegenwart« läuft zum Auftakt »L?amore probabilmente« von Giuseppe Bertolucci, dem jüngeren Bruder des italienischen Starregisseurs Bernardo Bertolucci.

Am Kurzfilmwettbewerb nimmt Jan Schütte mit der Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte »Old Love« teil. Zwei Filme in dieser Sektion stammen von Studenten der Kunsthochschule für Medien Köln: »Freund« von Hochschulabsolvent Jan Krüger über eine Freundschaft zwischen zwei ganz unterschiedlichen Typen und die deutsch-kubanische Koproduktion »Quien eres tu?« von Ruth Olshan.

Um den Hauptpreis des »Goldenen Löwen«, der am 8. September verliehen wird, kämpfen insgesamt 20 Filme. Bemerkenswert ist es, dass lediglich zwei reine US-Produktionen dabei sind, »Waking Life« von Richard Linklater und »Bully« von Larry Clark. Beide Regisseure gehören nicht gerade zur allerersten Hollywoodgarde.

Aus Österreich ist Ulrich Seidl mit »Hundstage« im Rennen, in dem Maria Hofstätter eine der Hauptrollen spielt. Außerdem ist das deutsch-britisch-spanische Gemeinschaftswerk »The Navigators« des britischen Starregisseurs Ken Loach am Start.

Wie schon in den Vorjahren kommt wieder reichlich und interessante Konkurrenz aus der Dritten Welt, wie etwa »Monsoon Wedding« von Mira Nair (Indien) und »Y tu mama tambien« von Alfonso Cuaron (Mexiko).

Werner Herzogs »Invincible« dürfte geballtes Interesse auf sich ziehen. Der Streifen schildert die tragische Geschichte des jüdischen Schmieds Zishe Breitbart aus Ostpolen, der Anfang der 30er Jahre in der Berliner Welt der Varietes als »stärkster Mann seiner Zeit« Furore macht - zum Missfallen der Nazis. Auch schafften drei deutsche Kurzfilme immerhin den Sprung ins Rahmenprogramm.