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Analyse von "Famous": Werner Herzog "im Bett" mit Kanye West und Donald Trump

Was passiert, wenn der weltberühmte Dokumentarfilmer Werner Herzog Kanye Wests berüchtigtes Video "Famous" analysiert? Sehr Lustiges.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Trump, Rihanna und Cosby im Bett mit Kanye West: Szene aus dem Video "Famous"

"Nur Atmen": Trump, Rihanna und Cosby im Bett mit Kanye West - Szene aus dem Video "Famous"

Kanye Wests Video "Famous", in dem der Rapper nicht nur mit Gattin Kim Kardashian, sondern auch mit den Berühmtheiten Taylor Swift, Ray J., Amber Rose, Chris Brown, Rihanna, Donald Trump, Anna Wintour, George W. Bush, Caitlyn Jenner und Bill Cosby nackt im Bett liegt, hat Ende Juni alle Aufregungserwartungen erfüllt. Auch als bekannt wurde, dass es sich nur um Wachspuppen handeln soll. Aber genügt das Video eigentlich auch künstlerischen Ansprüchen, auf die West laut eigenen Angaben ach so großen Wert legt?

Diese Frage hat nun der gefeierte Filmemacher Werner Herzog ("Fitzcarraldo", "Grizzly Man") beantwortet - mit einer Voice-Over-Analyse für das Online-Magazin "Daily Beast". Hintergrund ist dabei auch Eigenwerbung: Herzog hat gerade Bewerber für seine "Rogue Film School" gesucht, ein einmaliges Seminar über das, was gute Filme ausmacht. "Daily Beast" hat den Filmemacher gefragt, wie weit Kanye West gekommen wäre, wenn er sich mit "Famous" beworben hätte.

"Gutes Material"

Herzog - mit seiner berühmten Stimme mit dem harten Akzent - fragt zuerst, ob das denn der echte Donald Trump sei, der da neben Rihanna liegt, um dann eine Reflexion über das Selbst in Wests Schläfern zu entdecken. "Das Internet hat unser Selbstverständnis zutiefst und radikal verändert", sagt Herzog. Und diesbezüglich sei "Famous" sehr "faszinierend". West habe erkannt, dass es im Film nicht nur darum gehe, eine Geschichte zu erzählen. Sondern darum, Momente des Universalen im kollektiven Geist zu schaffen, in denen der Zuschauer sich selbst wiederfindet. Die Tatsache, dass nur geatmet werde und so viel Platz für die Imagination sei, findet Herzog wunderbar.

"Das ist sehr gutes Material", urteilt er. Sollte Kanye West sich bei ihm bewerben, würde er ihn nehmen, weil das einen ganz eigenen Wert habe. Vor allem zeige West, dass das Internet mehr kann, als 60-sekündige Katzenvideos, so Herzog. "Obwohl ich die auch sehr gern gucke."

Ob West auch die 1500 Euro Kursgebühr zahlen müsste?