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Grande Dame des Theaters: Schauspielerin Inge Keller ist tot

Mit 19 Jahren stand Inge Keller erstmals auf einer Bühne. In der Folge wurde sie zu einer der wichtigsten Schauspielerinnen der DDR und konnte das Publikum später auch im wiedervereinigten Deutschland begeistern. Nun verstarb sie im Alter von 93 Jahren.

Schauspielerin Inge Keller bei einem Auftritt im Deutschen Schauspielhaus im Jahr 2012

Schauspielerin Inge Keller, hier bei einem Auftritt im Deutschen Schauspielhaus im Jahr 2012, wurde auch respektvoll "diensthabende Gräfin der DDR" genannt

Sie galt als Grande Dame des deutschen Theaters und wurde aufgrund ihrer vornehmen Haltung und feinen Sprache zur Zeit des geteilten Deutschlands respektvoll als "diensthabende Gräfin der DDR" bezeichnet: Inge Keller. An diesem Montag ist die Schauspielerin im Alter von 93 Jahren gestorben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem persönlichen Umfeld Kellers erfahren hat. Zuvor hatte die Zeitung "Neues Deutschland" darüber berichtet. 

Bereits mit 19 Jahren stand die im bürgerlichen Friedenau aufgewachsene Berlinerin auf der Bühne. Sie debütierte 1942 im Theater am Kurfürstendamm, nach mehreren Stationen ging sie 1950 an das Deutsche Theater Berlin, an dem sie bis 2001 festes Ensemblemitglied war und anschließend als Gast auftrat. 

Keller, die gerne als eine der letzten großen Theaterdiven bezeichnet wurde, arbeitete mit Regisseuren wie Wolfgang Langhoff, Peter Stein, Thomas Langhoff, Harry Kupfer, Robert Wilson, Einar Schleef und Michael Thalheimer zusammen.

Inge Keller begeisterte auch noch im hohen Alter

Das Fernsehen der DDR übertrug ihr wichtige Rollen. Sie spielte in "Gewissen in Aufruhr" (1961), "Kleiner Mann - Was nun?" (1967) und "Effi Briest" (1970). Im vereinigten Deutschland nahm Keller Rollen in Kino- und Fernsehfilmen an, darunter in "Aimée und Jaguar", "Lola + Bilidikid" und "Wilsberg". Auf der Theaterbühne begeisterte die zarte Schauspielerin noch ihm hohen Alter als "Tilla" - in einem Stück über die Schauspiellegende Tilla Durieux.

Inge Keller heiratete 1952 den späteren Politkommentator im DDR-Fernsehen Karl-Eduard von Schnitzler ("Der Schwarze Kanal"). Aus der nach nur wenigen Jahren geschiedenen Ehe ging Tochter Barbara Schnitzler hervor, die ebenfalls Schauspielerin wurde.

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mod / DPA