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Internationales Filmfestival in Cannes "Grace of Monaco" feiert Weltpremiere


Hollywoodstar, Oscar-Gewinnerin, Fürstin von Monaco und Stil-Ikone: Das Leben von Grace Kelly bietet genug Stoff für die große Kinoleinwand. In Cannes eröffnet die "Grace of Monaco" das Filmfest.

Ihr Leben glich vielen Beobachtern einem Märchen: Grace Kelly schrieb mit Kinoklassikern wie von Regisseur Alfred Hitchcock nicht nur Filmgeschichte, später stieg sie als Fürstin Gracia Patricia von Monaco auch in den Adelsrang auf. Doch es gab auch dunkle Seiten und Krisen, bis die Mutter dreier Kinder 1982 nach einem Autounfall starb. Rund 30 Jahre später wagt sich der Franzose Olivier Dahan an die Verfilmung dieser facettenreichen Biografie. Die Besetzung ist dabei äußerst prominent: Hollywoodstar Nicole Kidman spielt die Ikone Gracia Patricia, der Brite Tim Roth gibt ihren Ehemann Fürst Rainier.

Das Fürstenhaus in Monaco zeigt sich wenig begeistern von dem Film und bleibt aus Protest der Eröffnung des Filmfests in Cannes fern. Regisseur Dahan, der sein Werk als fiktive Erzählung verstanden haben will, die lediglich von realen Ereignissen inspiriert wurde, konzentriert sich in "Grace of Monaco" auf den Anfang der 60er Jahre. Es ist die Zeit der politischen Krise zwischen Monaco und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle. Es geht um neue Steuerabgaben, die Souveränität des kleinen Landes steht auf dem Spiel. Parallel dazu gerät auch die Fürsten-Ehe in die Krise, selbst von Scheidung ist die Rede, und Gracia Patricia überlegt, ob sie ein neues Hitchcock-Angebot annehmen und in die USA zurückkehren soll.

Keine wirkliche Dramatik

All das bietet genügend Ansätze für berührende Emotionen, für Tiefgang und Drama. Immerhin bewies Dahan mit dem Oscar-Gewinner "La vie en rose" über die Sängerin Edith Piaf vor einigen Jahren auch genau dafür ein sicheres Gespür. Doch eben da liegt jetzt die große Schwäche von "Grace of Monaco": Der Film schlingert unentschlossen durch verschiedenste Erzählstränge. Dahan baut keine wirkliche Dramatik auf, bleibt zu sehr an der Oberfläche. Mal zeigt er die politischen Verhandlungen der Männer, mal thematisiert er die Einsamkeit der hübschen Fürstin, mal die Eheprobleme.

Auch die Figuren wirken seltsam blass. So bleiben nicht nur schillernde Charaktere wie de Gaulle, Maria Callas und Aristoteles Onassis kaum beachtete Randfiguren. Selbst Tim Roth kann seinen Rainier höchstens als hilflosen Fürsten darstellen, viel mehr Facetten gibt es für diese Rolle kaum.

Und dann ist da noch Nicole Kidman, die als Gracia Patricia eigentlich den ganzen Film tragen müsste - die dem Part der innerlich zerrissenen Fürstin aber nicht gerecht wird. Egal, ob sie sich von ihrem Mann zurückgestoßen oder von der Strenge des fürstlichen Protokolls eingeengt fühlt: Kidmans Mimik und Gestik scheinen über weite Strecken bemüht und erstarrt. Ein Kino-Märchen? Das sieht anders aus.

ivi/Aliki Nassoufis/DPA DPA

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