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Interview

Jodie Foster über "Money Monster": "Wir sind daran gewöhnt, manipuliert zu werden"

Hollywoodstar Jodie Foster hat einen brillanten Film über das Geld, die Gier und die menschliche Trägheit gedreht: "Money Monster". Mit dem stern sprach sie über die Revolution, das Leben im Virtuellen und natürlich über Hauptdarsteller George Clooney.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Jodie Foster

"Wir schauen eine Person nur noch an, wenn ihr Gesicht auf der riesigen Screen im Time Square zu sehen ist. Aber ich habe Hoffnung"

Jodie Foster ist ein Hollywood-Vollblut. Die erste Oscar-Nominierung gab es mit 13 für "Taxi Driver", zwölf Jahre später gewann sie den höchsten Preis der Traumfabrik für "Angeklagt". Drei Jahre später für "Das Schweigen der Lämmer". Die zierliche Frau mit dem blonden Bob ist in rund 50 Filmen zu sehen, dazu kommen gut 30 TV-Auftritte. Sieben Mal führte sie selbst Regie, darunter bei den Streaming-Hits "House of Cards" und "Orange is the New Black". "Money Monster" mit Julia Roberts und George Clooney in den Hauptrollen ist ihr neuester Streich - und das Actiondrama entfacht eine Wut, die zeitgemäßer nicht sein könnte. Denn es geht um die Finanzmärkte und um den Kitt, der die Menschheit zusammenhält. Spätestens wenn der Abspann läuft, sind Sie bereit für die Mistgabeln und den Sturm aufs Schloss.

Julia Roberts und George Clooney in "Money Monster"

Wann kommt die Revolution endlich, Frau Foster?

(lacht) Ich weiß es nicht. Dieser Film hat viele Ebenen, aber vor allem geht es um die Finanzwelt, das Infotainment und die neue Technologie. Diese drei treffen gerade zusammen wie nie zuvor, in diesem Moment in unserer Geschichte. Und die Mischung ist sehr gefährlich.

Aber wo bleibt die Wut der Menschen? Warum machen sie einfach weiter, obwohl sie wissen, was da vor sich geht?

Weil sie so sind. Das ist die Wahrheit. Wir leben in einem 24-Stunden-Nachrichten-Kreislauf und haben uns an das konstante Drama gewöhnt. Wenn es vorbei ist, gehen wir über zum nächsten. Es berührt uns nicht mehr. Wir sind passive Zeugen der Leben anderer, der Probleme anderer. Wir mischen uns nicht ein, wir übernehmen keine persönliche Verantwortung.

Was ist aus dem "wir" geworden?

Die Menschen sind daran gewöhnt, manipuliert zu werden. Und sie haben sich auch an manipulierte Beziehungen gewöhnt. Die sind nicht mehr echt, sondern virtuell. Das haben wir akzeptiert. Es ist Teil unserer Kultur. Unser mitmenschlicher Kontakt ist unverhältnismäßig geworden. Wir schauen eine Person nur noch an, wenn ihr Gesicht auf der riesigen Screen im Time Square zu sehen ist. Das sind keine echten menschlichen Beziehungen mehr.

Und wo soll das enden?

Keine Ahnung, ich stelle mit dem Film nur die Frage. Aber ich habe noch Hoffnung. Das Großartige an der Technologie ist der Demokratisierungseffekt. Menschen aus Südafrika, Island und Peru können sich zusammentun und gegen Korruption vorgehen. Dazu brauchen sie kein Geld und keine Macht. Das war vor 20 Jahren so nicht möglich. Dafür sind unsere Zeiten großartig. Menschen ohne Stimme bekommen eine.

Aber das Schlimmste, das dem als korrupt überführten Mächtigen, der die Existenz Tausender Menschen zerstört hat, passieren kann, ist, dass er mit Katzenvideos veralbert wird. So wie Sie es im Film auch zeigen.

Stimmt, das ist keine Rechtsprechung. Das habe ich aber nicht erfunden, so ist das heute. Im Film gibt es den Moment, in dem man denkt, es wird eine Untersuchung geben, aber wir wissen doch, wie solche Untersuchungen laufen.

Jodie Foster bei den Dreharbeiten zu "Money Monster"

(Jodie Foster bei den Dreharbeiten mit Darsteller Jack O'Connell)

"Money Monster"

Julia Roberts spielt Patty, die Produzentin einer Live-Show in der Lee (Clooney) als Experten-Clown Börsentipps preisgibt. Eines Tages kapert ein junger Mann die Sendung vor laufender Kamera. Er zwingt Lee, eine Sprengstoffweste anzuziehen und fordert, dass dieser Verantwortung übernehme dafür, dass er all sein Geld verloren hat, weil er Lees Tipps geglaubt hat. Patty bleibt in der Produzenten-Box, um Lee zu helfen. Es beginnt ein Wettlauf um die Wahrheit, denn bald ist klar, dass der Verbrecher nicht nur der Mann mit der Pistole ist.

Und wir sind schon so manipuliert, dass wir sogar das hinnehmen. "Money Monster" halt viel mit "The Big Short" gemeinsam.

Ja, aber "Money Monster" ist mehr für das große Publikum gedacht. "The Big Short" war mehr ein Film über die Komplexität des Ganzen. Ich liebe den! Der ist so mutig!

Also noch mal: Wir alle wissen, dass schlimme Dinge passieren, aber alle nehmen es nur hin. Wo kommt diese Resignation her?

Wir gehen davon aus, dass wir sowieso nichts tun können. Wir haben den Drang verloren, uns einzumischen, weil unsere Welt virtuell geworden ist. Wir engagieren uns virtuell. Aber im Film habe ich schon das Gefühl, dass Lee und Patty sich verändert haben. Wenn sie sich am Ende die Frage stellen "Welche Show machen wir nächste Woche?" - natürlich lautet die Antwort, dass die Show eine ganz andere sein wird.

Oder die beiden sind so zynisch wie der Rest.

Ich denke, Lee hat sich verändert. Aber mal sehen, wie lange das anhält.

Haben wir das Gefühl dafür verloren, dass etwas falsch ist?

Das ist eine interessante Frage. Ich glaube nicht, es verloren zu haben. Ich denke, auch der Film hat es nicht verloren. Aber ich glaube auch, dass jede Generation ihre eigenen Probleme hat. Wir haben nicht die gleichen Ansichten, was korrektes Verhalten ist und was nicht. Die Technologie zeigt uns alles, aber wir wissen nicht mehr, was wahr und was Fake ist. Ich glaube, Filme können uns dabei helfen. Emotional: Das fühlt sich richtig an, das falsch. Lee, dieser Showmann, hält sich für erfolgreich, ist aber eine Puppe. Er kriegt nicht mal mit, dass er Menschen manipuliert und dass er selbst auch manipuliert wird. So sehr ist es ihm schon ins Blut übergegangen. Es braucht dieses Trauma, damit er begreift, dass er nur eine kleine, gescheiterte Persönlichkeit ist.

Aber dieses kollektive Gefühl, das sich ja gerade immer weiter ausbreitet: Ich fühle mich selbstbestimmt, aber ich bin es nicht - das sollte die Menschen doch dazu bringen, sich aufzulehnen, etwas zu verändern.

In Amerika gibt es eine Menge Wut, die sich seit der Finanzkrise 2008 aufgestaut hat. Viel davon wird von Donald Trump aufgesaugt. Und diese Wut ist echt.

Aber neben der Wut, die uns schon wieder manipulierbar macht, gibt es den Hunger nach Wahrheit.

Ich warte immer noch darauf. So wie bei diesen ganzen Reality-Shows und seltsam selbstdarstellerischen Leuten. Ich habe keine verdammte Ahnung, wer das ist, wenn sie in Make-Up und Outfit posieren. Und ich denke jedes Mal: Werden die Leute dessen nicht müde? Fragen die sich nicht auch, wer zum Teufel ist das und was soll das alberne Kleid? Und ich warte. Aber es passiert nicht.

Letzte Frage: Wie haben Sie Clooney zum Tanzen gekriegt?

Das war seine Idee. (lacht laut)


kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(