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KINO: »KOMMANDO STÖRTEBEKER«: Comic zwischen Komödie und Klamauk

»Kommando Störtebeker« feiert vollgepackt mit Computer-Animationen und (nicht immer) witzigen Sprüchen den Einzug der Ottifanten ins Kino.

Man sieht sie jeden Morgen in über 40 Tageszeitungen. Nun erobern die Ottifanten auch das Kino. Nach dem Vorbild der TV-Zeichentrickserie setzte sich der ostfriesische Komiker Otto Waalkes an seinen Zeichentisch und schusterte eine schrille Geschichte um den hanseatischen Piraten Klaus Störtebeker zusammen.

Familie Bommel auf Schatzsuche

Alle treffen sie in »Kommando Störtebeker« wieder zusammen: Die gesamte Familie Bommel samt dreistem Opa und spießigem Vater Paul, dessen Chef Kaluppke und Frau Hoppmann, die Putzfrau. Etwas an den Haaren herbeigezogen die Handlung: Im Jahre 1401 wird Störtebeker geköpft, seine Schatzkarte aber hat er sorgfältig versteckt. 600 Jahre später findet Paul Bommel eine Hälfte des Papiers und bricht mit Opa und Sohn Bruno (gesprochen von Otto) nach Hamburg auf, um den Rest der Karte zu finden.

Norddeutsche Klischees

Was folgt, ist eine wirre Aneinanderreihung von typisch hanseatischen Schauplätzen - vom Kiez in St. Pauli über das heruntergekommene Millerntorstadion bis hin zum Bismarckpark. Bis auf der Insel Sylt der an Albernheit nicht zu übertreffende Showdown der Schatzsuche erfolgt, bekommt der Zuschauer von aufblasbaren Gummipuppen bis hin zu in Lack gegossene Prostituierte viel Rüssel geboten - doch ist das alles wenig originell und bedient sich zu offen altbackenen Klischees.

Mit witzigen Sprüchen (»Achtung, Treckerfahrer: Die Kuh auf dem Rücksitz frisst Ihre Kopfstützen!«) und 1.400 Computeranimationen haben die Produzenten von »Werner - Beinhart« versucht, einen erfolgreichen Comicstrip als Zeichentrickfilm zum Leinwanderfolg zu machen. Doch einige durchaus komische Zeichnungen beispielsweise beim Schweinerennen und digitale Geisterschiffe im Abendlicht machen noch keinen abendfüllenden Kinohit.

Einfallsloser Soundtrack

Die zwei Millionen Fernsehzuschauer, welche die Abenteuer der Familie Bommel im Fernsehen verfolgten, werden sich wohl kaum mit der etwas albernen Gesamtszenerie des Trickfilms anfreunden können. Hinzu kommt ein selten einfallsloser Soundtrack, produziert von Brachialkomiker Stefan Raab und interpretiert von Deutschrapper Bürger Lars Dietrich.

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