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Neu im Kino: Die doppelte Scarlett, Superheldin und Betriebssystem

Scarlett Johansson beglückt diese Woche doppelt. In "The Return of the First Avenger" trägt sie wieder ihr hautenges Black-Widow-Kostüm, in "Her" verführt sie Joaquin Phoenix. Nur mit ihrer Stimme.

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"The Return Of The First Avenger"

Kinotrailer: "Captain America 2: The Return of the First Avenger"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Chris Evans ("Marvel's The Avengers"), Robert Redford ("All Is Lost"), Scarlett Johansson ("Lost In Translation") und Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction")

Die Geschichte in einem Satz:

Zwei Jahre nach seinem ersten Abenteuer mit den Avengers muss sich Captain America noch immer an das Leben im 21. Jahrhundert gewöhnen, doch als er und Natascha Romanoff sich erst einer Verschwörung in Washington und dann dem gefährlichen Winter Soldier gegenüber sehen, bleibt dafür kaum noch Zeit.

Geschwister im Kinoversum:

"Captain America - The First Avenger", "Marvel's The Avengers"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil dies eines der seltenen Beispiele für eine Fortsetzung ist, die den ersten Teil weit übertrifft. Wo der erste "Captain America"-Teil mit seiner patriotischen Weltkriegs-Geschichte ein wenig öde geraten war, spielt das Sequel im Hier und Jetzt, knüpft direkt ans erfolgreiche Avengers-Debüt an und wartet sogar mit Scarlett Johansson als Black Widow (und natürlich Samuel L. Jackson als Nick Fury) auf. Kein Wunder, dass man sich in Deutschland für einen anderen Titel entschieden hat als in den USA, wo der Film "Captain America - The Winter Soldier" heißt.

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"Her"

Kinotrailer: "Her"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Spike Jonze ("Being John Malkovich") und die Darsteller Joaquin Phoenix ("Walk The Line"), Amy Adams ("American Hustle"), Rooney Mara ("Verblendung") und die Stimme von Scarlett Johansson ("Lost In Translation")

Die Geschichte in einem Satz:

In der gar nicht allzu fernen Zukunft verliebt sich der frisch von seiner Frau getrennte Theodore nicht in eine Frau aus Fleisch und Blut, sondern in sein neues Betriebssystem, dessen Körperlosigkeit durch eine tolle Stimme und vor allem jede Menge Persönlichkeit wett gemacht wird.

Geschwister im Kinoversum:

"Lost In Translation"

Warum Sie den Film unbedingt sehen sollten:

Kaum jemand erzählt im amerikanischen Kino phantasievoller und cleverer als Spike Jonze, und diese Mischung aus gleichzeitig alltäglicher wie absurder Liebesgeschichte und nicht unrealistischer Zukunftsvision ist vielleicht sein bislang berührendster Film. Kleiner Tipp: wenn möglich in der englischen Originalfassung gucken, denn was Scarlett Johansson allein mit ihrer sexy Stimme anstellen kann, ist wirklich bemerkenswert.

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"Banklady"

Kinotrailer: "Banklady"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Nadeshda Brennicke ("Manta - Der Film"), Charly Hübner ("Polizeiruf 110") und Ken Duken ("Inglourious Basterds")

Die Geschichte in einem Satz:

Als Gisela im Deutschland der frühen Sechziger Jahre mit dem charmanten Bankräuber Hermann in Kontakt kommt, wird aus ihr seine Komplizin und Geliebte - und die graue Maus mit dem freudlosen Alltag wird zum bundesweit gefürchteten, bewunderten und gesuchten Phänomen.

Geschwister im Kinoversum:

"Bank Job"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Es ist nicht so, dass "Banklady" ein perfekter Film wäre. Aber zu sehen, wie der ebenso "Tatort"- wie Hollywood-erfahrene Christian Alvart (fast) allein auf weiter Flur im hiesigen Kino Genre-Experimente wagt, macht schon Spaß. Bankraub-Thriller meets deutsche Nachkriegsgeschichte - darauf muss man erst einmal kommen. Und nur um es mal gesagt zu haben: es wird höchste Zeit, dass Nadeshda Brennicke und ihre bemerkenswert faszinierende Leinwandpräsenz nicht mehr Deutschlands bestgehütetes Kino-Geheimnis sind!

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"Endless Love"

Kinotrailer: "Endless Love"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Alex Pettyfer ("Magic Mike") und Bruce Greenwood ("Star Trek")

Die Geschichte in einem Satz:

Im Sommer ihres High School-Abschlusses verlieben sich David und Jade in einander, doch weil das gutbehütete Mädchen dafür die Zukunftspläne in Frage stellt, hält ihr Vater ihren Freund für einen schlechten Einfluss und stellt sich dem jungen Glück in den Weg.

Geschwister im Kinoversum:

"Nur mit Dir - A Walk to Remember"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Warum einen 80er-Jahre-Film neu auflegen, an den sich zu Recht nur noch hart gesottene Brooke-Shields-Fans erinnern? Man versteht es nicht. Genauso wenig wie man versteht, wie viele Chancen Hollywood dem zugegebenermaßen ziemlich gut aussehenden, aber ansonsten gänzlich uninteressanten Alex Pettyfer noch geben will.

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"Zwischen Welten"

Kinotrailer: "Zwischen Welten"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Ronald Zehrfeld ("Barbara") und Burghart Klaußner ("Das weiße Band")

Die Geschichte in einem Satz:

Zwischen dem in Afghanistan stationierten Bundeswehr-Soldaten Jesper und seinem lokalen Dolmetscher entwickelt sich nach und nach eine unerwartete Freundschaft, die Jesper auf eine harte Gewissensprobe stellt, als der von den Taliban bedrohte Junge seine Schwester beschützen will.

Geschwister im Kinoversum:

der TV-Film "Auslandseinsatz"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Regisseurin Feo Aladag, die für ihren ersten Film "Die Fremde" mit Preisen überhäuft wurde, hat hart dafür gekämpft, vor Ort in Afghanistan und im Umfeld der Bundeswehr drehen zu dürfen. Entstanden ist dabei ein Film, der sich dem dortigen Konflikt eher zwischenmenschlich als politisch nähert, aber gerade dadurch bewegt.

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"Westen"

Kinotrailer: "Westen"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerin Jördis Triebel ("Die Päpstin")

Die Geschichte in einem Satz:

Unter vielen Mühen gelingt es Nelly, mit ihrem kleinen Sohn, aus der DDR in den Westen rüberzumachen, wo es der selbstbewussten Frau von den alliierten Geheimdiensten und in anderen Begegnungen allerdings auch nicht leicht gemacht wird.

Geschwister im Kinoversum:

"Westwind"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Christian Schwochow ist ein guter Grund, sich diesen Film anzusehen, denn schon oft hat er bewiesen, dass er einer der feinsinnigsten deutschen Regisseure ist, und seine lose Adaption von Julia Francks Roman "Lagerfeuer" untermauert das erneut. Ein noch besserer Grund ist allerdings Jördis Triebel, die in der Hauptrolle so furios aufspielt, dass man sie unbedingt öfter auf der Leinwand sehen will.

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Patrick Heidmann