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Oscar-Verleihung: "Die Rückkehr des Königs" ist großer Favorit

Am Sonntagabend werden in Hollywood die begehrten Oscars verliehen. Mit elf Nominierungen hat "Die Rückkehr des Königs" gute Chancen, der große Sieger des Abends zu werden.

"Die Rückkehr des Königs" hat bei der Vergabe der Oscars am Sonntagabend in Hollywood die besten Aussichten, zum Film des Jahres 2003 gekrönt zu werden. Mit insgesamt elf Nominierungen liegt der Abschluss der "Herr der Ringe"-Trilogie von Peter Jackson knapp vorn im Rennen um die prestigeträchtigen Preise der amerikanischen Filmkunst-Akademie. Auch zwei deutsche Filmemacher können sich Hoffnungen machen, im Kodak Theater in Hollywood die 3,4 Kilo schwere, vergoldete Statue in Empfang zu nehmen: Florian Baxmeier (29) hat Chancen mit seinem 20 Minuten langen Kurzfilm "Die rote Jacke", die in New York lebende Katja Esson (39) mit dem 40 minütigen-Dokumentarfilm "Ferry Tales".

Eine Milliarde Dollar eingespielt

Mit dem Oscar könnte das hoch riskante "Herr der Ringe"-Projekt eine unvergleichliche Erfolgsstory krönen. Schon die beiden ersten Teile der Trilogie nach den Fantasy-Kultbüchern von J.R.R. Tolkien waren in den vergangenen Jahren als beste Filme nominiert. In diesem Winter hat der "König" fast alle wichtigen internationalen Filmpreise gewonnen und gerade auch die weltweite Kinokassen-Schallmauer von einer Milliarde Dollar durchbrochen. Ob die Konkurrenten in der Oscar-Kategorie bester Film - "Lost in Translation", "Master and Commander", "Mystic River" und "Seabiscuit" - dagegen eine reelle Chance haben, scheint fraglich.

Sean Penn zum vierten Mal nominiert

Bei den Darstellern ist das Rennen um die Oscars weitaus offener und spannender. Der Hollywood-Rebell und George-Bush-Gegner Sean Penn hätte für seine Leistung in "Mystic River" und nach der vierten Nominierung seiner Karriere durchaus den Titel des besten Schauspielers verdient. Doch den 5800 Mitgliedern der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences standen auch Bill Murray ("Lost in Translation"), Jude Law ("Unterwegs nach Cold Mountain"), Johnny Depp ("Der Fluch der Karibik") und Ben Kingsley ("House of Sand and Fog") zur Wahl.

Charlize Theron überzeugte in "Monster"

Relativ klar ist die Favoritenrolle von Charlize Theron bei den Frauen. Die mutige Verwandlung der 28-jährigen Südafrikanerin in "Monster" könnte nach Ansicht vieler Hollywood-Beobachter allenfalls Diane Keaton mit ihrem lebhaften Charme in "Was das Herz begehrt" überholen. Naomi Watts ("21 Gramm") und Samantha Morton ("In America") gelten als Außenseiterinnen. Als Joker ist die Neuseeländerin Keisha Castle-Hughes im Spiel. "Hollywood liebt sehr junge Überraschungssieger", analysiert das Fachblatt "Variety" die Lage. Und Castle-Hughes wäre mit 13 Jahren die jüngste Hauptdarstellerin mit einem Oscar aller Zeiten.

Tritt Sofia Coppola in die Fußstapfen ihres Vaters?

Eine andere historische Marke könnte Sofia Coppola bei der 76. Oscar-Show setzen. Die Tochter von Francis Ford Coppola könnte für "Lost in Translation" als erste Amerikanerin im Regiefach ausgezeichnet werden. Doch vorher muss sie sich gegen Peter Jackson, Peter Weir ("Master and Commander"), Clint Eastwood ("Mystic River") und den Brasilianer Fernando Meirelles ("City of God") durchsetzen.

Der 152 Meter lange rote Teppich für die Stars und Präsentatoren wie Nicole Kidman, Tom Cruise, Catherine Zeta-Jones, Pierce Brosnan, Julia Roberts und Steven Spielberg ist schon verlegt. Insgesamt 50 goldene Statuen stehen zur Übergabe bereit. Die 76. Oscar-Nacht wird fast live - mit fünf Sekunden Verzögerung für Zensureingriffe bei unvorhergesehenen Entblößungen - in mehr als 100 Ländern übertragen. In Deutschland ist das von Billy Crystal moderierte Topereignis der Filmbranche mitsamt dem Aufmarsch der Prominenten in der Nacht zum Montag ab 01.30 Uhr bei ProSieben zu bestaunen.

Karin Zintz, DPA / DPA