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Regisseur Kim Ki-duk Südkoreas Meister der Einsamkeit


Mit seinem Drama "Pieta" hat der südkoreanische Regisseur Kim Ki-duk den Goldenen Löwen in Venedig abgeräumt. Der Filmemacher gilt als Experte für stille unnd einsame Figuren.

Als Dankesrede schmetterte Kim Ki-duk ein koreanisches Volkslied. Der Preisträger des Goldenen Löwen in Venedig gehört zu den bekanntesten Regisseuren Südkoreas. Der 51-Jährige konzentriert sich in seinen Filmen häufig auf isoliert lebende Menschen und deren Gefühlswelten. Meist gibt es wenig Dialoge. In Deutschland hielt sich beispielsweise "Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling" (2003) wochenlang in den Kinocharts. Der Film spielt auf einem einsamen See, wo ein Mönch mit einem jungen Lehrling in einem Tempel lebt. Kim Ki-duk beobachtet in stillen Bildern die Veränderungen dieser beiden Menschen und verwebt diese mit imposanten Landschaftsaufnahmen über mehrere Jahreszeiten hinweg.

Der Regisseur, der einige Zeit in Paris studierte, begann seine Karriere als Drehbuchschreiber. Mitte der 1990er Jahre legte er mit "Crocodile" um vier gesellschaftliche Außenseiter sein Regiedebüt vor und gewann seitdem zahlreiche Preise. So gab es für das Prostituierten-Drama "Samaria" 2004 bei Berlinale einen Silbernen Bären für die beste Regie.

Vergangenes Jahr wurde Kim Ki-duk in der renommierten Cannes-Nebenreihe Un Certain Regard für "Arirang - Bekenntnisse eines Filmemachers" mit dem Hauptpreis geehrt. In der Dokumentation beobachtet sich der Regisseur über mehrere Wochen selbst und blickt dabei zurück auf sein Leben. "Pieta", in Venedig jetzt mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, ist sein 18. Film. In dem Drama verknüpft er eine brutale Gangstergeschichte mit drängenden Fragen nach Menschlichkeit, Moral und Mitgefühl.

Neben Kim Ki-duk ist bei uns noch der Südkoreaner Park Chan-wook als Filmemacher bekannt. Er machte sich unter anderem mit dem intensiven Geisel- und Rachedrama "Oldboy" einen Namen, für das er 2004 in Cannes den großen Preis der Jury gewann.

jwi/DPA DPA

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