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"Werk ohne Autor": Tom Schilling kritisiert Berichterstattung über deutschen Oscar-Beitrag

Der deutsche Oscar-Kandidat "Werk ohne Autor" erntete in den hiesigen Medien teils heftige Verrisse. Hauptdarsteller Tom Schilling ärgert sich über den Umgang mit Donnersmarcks Film. Vor allem ein Punkt stört ihn.

Tom Schilling im deutschen Oscar-Beitrag "Werk ohne Autor"

Tom Schilling im deutschen Oscar-Beitrag "Werk ohne Autor"

Als Florian Henckel von Donnersmarck 2007 für seinen Film "Das Leben der Anderen" mit dem Auslands-Oscar ausgezeichnet wurde, lag ihm die heimische Presse zu Füßen. Dass endlich einmal wieder ein Deutscher den Oscar gewinnen konnte, machte seine Landsleute stolz. Nun geht der Regisseur erneut ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Doch diesmal unter umgekehrten Vorzeichen. "Werk ohne Autor" wurde von vielen Rezensenten verhalten bis ablehnend aufgenommen (hier können Sie die Kritik des stern nachlesen), auch das Publikum zeigte dem Film die kalte Schulter. 

"Werk ohne Autor" ist angelehnt an die wahre Lebensgeschichte des Malers Gerhard Richter - was dieser später heftig kritisierte. Zahlreiche Medien berichtete über Richters heftige Reaktion - und trugen damit zur negativen Berichterstattung über den Film bei. Die Kritik hat auch die an dem Film beteiligten Schauspieler getroffen, wie Hauptdarsteller Tom Schilling dem stern im Gespräch sagt. "Es trifft mich insofern, als dass ich einen tieferen Einblick in die Materie habe. Die Sache ist nicht so einfach."

Tom Schilling wollte selbst Maler werden

Konkret bezieht sich der in Berlin lebende Schauspieler auf einen Artikel, der bei "Spiegel-Online" unter der Überschrift "Gerhard Richter rechnet mit Florian Henckel von Donnersmarck ab" veröffentlicht wurde. Schilling findet die Berichterstattung einseitig, es gebe nämlich eine Vorgeschichte. "Denn Gerhard Richter hat mit Donnersmarck gesprochen, hat ihm alles über sein Leben erzählt, dabei sind Tonbänder mitgelaufen. Wie kann Richter anschließend überrascht sein, dass Donnersmarck über ihn einen Film macht?", fragt der Schauspieler. "Hängen bleibt: Donnersmarck ist dieser Adelige, der keinen Respekt hat vor großen Künstlern", so sein resigniertes Fazit.

Bereut hat er seine Mitarbeit an dem Film jedoch nicht. "Ich bin sehr dankbar, bei dem Film dabei gewesen zu sein. Das ist eine große Bereicherung für mein Leben gewesen", so Schilling, der in "Werk ohne Autor" einen Maler spielt. Eine Rolle, die ihm persönlich sehr nahe kommt - Tom Schilling wollte früher selbst Maler werden. 

Das komplette Interview mit Tom Schilling lesen Sie demnächst auf stern.de.